Angewandte Naturheilkunde

Dampfanwendungen

 

Dämpfe wärmen, lösen und reinigen. Genial einfach, mit Hilfsmitteln, die in jedem Haushalt zu finden sind. Ohne grosse Vorbereitungen, schnell durchgeführt, preiswert und sehr wirksam.

 

 

Für eine Dampfanwendung braucht es nicht in jedem Fall einen Wirkstoff – oft hilft schon der pure Wasserdampf. Aber auch Wirkstoffe wie Kamillen- oder Pfefferminztee dürften in manchem Haushalt noch zu finden sein.

Verwenden Sie als Wirkstoffe ätherische Öle, müssen Sie diese vorgängig mit Honig oder Rahm emulgieren, das heisst wasserlöslich machen. weiterlesen wird beschrieben, wie das gemacht wird.

Der Kopfdampf

Vor allem der Kopfdampf ist auch heute noch sehr populär. Er hilft, auch vorbeugend, gegen Erkältungskrankheiten, bei trockenen Schleimhäuten, Reizhusten und Heiserkeit. Auch bei Nasennebenhöhlenerkrankungen sowie Rachen- und Bronchialkatarrhen ist er hilfreich. Neben der physiologischen Wohltat gibt die Dampfanwendung mit ihrer dunklen Wärme auch ein bisschen Geborgenheit, wenn im Kopf ausser der Nase fast nichts mehr geht.

Aber nicht nur bei Krankheit, sondern auch für die Pflege der Gesichtshaut, zum Beispiel bei Akne, kann der Kopfdampf gut eingesetzt werden. Der warme Dampf lässt den Schweiss austreten. Schwitzen heisst Flüssigkeit umsetzen und ist eine Art Wäsche von innen. Das stellt jedes Vichywaschi in den Schatten!

So wird der Kopfdampf gemacht:

Dampfanwendung

 

Die Illustrationen stammen aus dem Buch «Praktische Kneippanwendungen»

Als Tuch eignet sich ein Badetuch oder eine Wolldecke – gross genug, um Schüssel und Kopf ganz zu decken. Eine feste Qualität des Stoffs ist nötig, um den Dampf zurückzuhalten, ein Fixleintuch allein reicht dafür nicht.

Häufig hilft schon bares Wasser, das kochend in die Schüssel gegeben wird. Bei Atemwegserkrankungen kann als Wirkstoff Thymiantee oder ein Tropfen reines ätherisches Öl des Eukalyptus oder der echten Kamille (Matricaria chamomilla) verwendet werden. Für die Pflege der Gesichtshaut eignet sich Tee oder ätherisches Öl aus Lindenblüten, Kamille, Lavendel, Rosmarin, Schafgarbe oder Minze.

Beim Kopfdampf bleiben die Augen geschlossen, denn ätherische Öle – vor allem das der Minze und des Eukalyptus – wirken sehr durchdringend. Lassen Sie’s deshalb beim Gesichtsdampf auch bei einem Tropfen bewenden; Sie können nach ein paar Minuten immer nochmals einen Tropfen dazu geben, sollte es wirklich nötig sein.

Der Nasen- und Ohrendampf

Eine Dampfanwendung kann auch auf kleineren Arealen gemacht werden. Dazu schneidet man aus einer stabilen Papiertüte – auch eine sauber ausgewaschene Milch- oder Saftverpackung lässt sich dazu verwenden – eine Ecke heraus und stülpt sie über einen Krug mit der heissen Flüssigkeit. Weil solches im Bedarfsfall vielleicht nicht immer zur Hand ist, kann man sich auch beizeiten im Fachhandel eine Nasendampfschale (Bild rechts) besorgen.

           

Bei einer Ohrenentzündung sind Kamille, Schafgarbe, Brennnessel und Taubnessel unterstützende Pflanzen.

Bei Atemwegerkrankungen sind es vor allem Thymian, Eukalyptus und Cajeput.

Thymian wirkt in den Bronchien krampflösend, schleimlösend und antibakteriell. Thymianöl sollte nicht verwendet werden bei Säuglingen und Kleinkindern. Eukalyptus unterstützt die Regeneration von Lungengewebe. Es tötet Keime ab und wirkt schleimlösend. Cajeput wirkt auf eine milde Art keimtötend und schleimlösend. Es wirkt antiseptisch, antiviral und schmerzlindernd. Cajeputöl eignet sich durch seine Charakteristik gut für Kinder.

Kopf-, Nasen- und Ohrendämpfe werden während 10 bis 15 Minuten angewendet, danach 30 Minuten nachruhen, bevor am Schluss das Gesicht kühl gewaschen wird. Vorsicht ist geboten bei starken Blutandrang zum Kopf, Augenleiden und fortgeschrittener Arteriosklerose.

Der Unterleibsdampf

Auch die Region zwischen den grossen Zehen kann wirkungsvoll mit einem Dampf behandelt werden. Das entsprechende Gefäss dafür ist in jeder Wohnung vorhanden: Eine Kunststoffschale wird in die WC-Schüssel gestellt und mit der heissen Flüssigkeit gefüllt. Vielleicht muss man mit etwas WC-Papier für einen festen Sitz der Wasserschale sorgen. Setzen Sie sich direkt auf die Keramik – nicht auf die Sitzbrille, weil der Dampf sonst zwischen Keramik und Brille entweichen kann. Die Idee mag einem vielleicht sonderbar vorkommen, aber sie ist absolut praktikabel.

WC-Duftsteine und Spülwasser-Chemie bitte vorher entfernen – und am besten gleich für immer entsorgen, denn sie belasten Natur und Umwelt an einem Ort, wo es nun wirklich nicht nötig ist.

Zum Einsatz kommen entzündungshemmende Pflanzen wie Kamille, Lavendel und viele andere, als Aufguss der Trockendroge (Tee) oder in Form von 2 bis 3 Tropfen des entsprechenden ätherischen Öls. Bei Pilzerkrankungen kann man auch das ätherische Öl des Teebaums (Melaleuca alternifolia) benutzen.

 


Weitere Tipps aus der Irchelpraxis

 

Weitere Tipps dieser Art vermittelt das umfassende Dokument

 

«Natur- und Erfahrungsheilkunde»

 

der Irchelpraxis. Auf ca. 300 Seiten finden Sie grundlegende Anleitungen aus dem Bereich der Natur- und Volksheilkunde sowie einen umfangreichen therapeutischen Index mit konkreten und erprobten Hilfestellungen, um abgeklärte Beschwerden auf natürliche Art selbst zu behandeln. Hier können Sie dieses Dokument bestellen.

 

Zurück zur Übersicht