Warum Naturheilkunde?
Unterdrücken und reparieren oder Vorsorgen und Heilen?
Die medizinische Versorgung hat effizient zu sein. Sie hat den kranken Menschen innert kürzester Zeit wieder funktionstüchtig zu machen, koste es was es wolle. Nicht nur von Geld ist bei diesen Kosten die Rede, sondern von der Unversehrtheit.
Wer seine Gesundheit zuwenig achtet, kriegt die Folgen früher oder später zu spüren. Die Schulmedizin korrigiert diese Folgen. Von Heilen kann dabei aber nicht immer gesprochen werden. Was über Jahrzehnte entsteht, kann nicht durch das Einwerfen eines Medikaments oder durch das operative Auswechseln oder Entfernen eines «defekten» Körperteils ungeschehen gemacht werden.
Der Erfolg der Schulmedizin täuscht uns, denn beschwerdefrei heisst nicht gesund zu sein. Wer statt dieser Täuschung Gesundheit will, sollte sich beizeiten um das Thema kümmern. Auf dieser Seite möchte ich Denkanstösse geben, das Thema Gesundheit auf einer ganzheitlichen Ebene zu betrachten.
Was ist Gesundheit?
Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. So hat es die Weltgesundheits-Organisation WHO bei ihrer Gründung im Jahr 1946 definiert.
Gesundheit fängt also im Alltag an, und zwar nicht nur dort, wo wir uns das am ehesten bewusst sind, etwa bei der Ernährung oder der Freizeitgestaltung oder was uns der Markt sonst noch unterjubelt. Sondern auch bei der Pflege des sozialen Umfelds und der Beziehung zu Lebenspartner und Familie. Es geht weiter über
die Wahl des Arbeitsplatzes
| mehr Konzessionen, Fremdbestimmung, Sachzwänge und Geld oder mehr Freizeit, Lebensqualität, Musse und Genuss? |
die Wahl der Fortbewegungsmittel
| Ökologie und Fitness oder Status und Bequemlichkeit? |
die Wahl der Ernährung
| Sicherstellung der Abwehrbereitschaft des Immunsystems durch Nahrungsmittel aus einer gesunden Landwirtschaft oder Tomaten im Januar, Junkfood und Schnäppchen-Chemie? |
das Konsumverhalten
| macht haben und verbrauchen wirklich glücklicher oder überdeckt es bloss ein psychosoziales Manko? |
bis hin zur Freizeitgestaltung
| was wäre mein Leben ohne TV, Handy, Auto, Flugzeug... ? |
und der Konfliktbewältigung im Alltag
| Tolerantes Miteinander, aggressive Rechthaberei oder der Weg des geringsten Widerstandes? |
Dies alles beeinflusst unsere Gesundheit - mehr als viele von uns glauben. Im Hinblick auf die Entstehung von Krankheit und Leiden sind es letztendlich immer wir selbst, die uns für den «vorsehenden» oder für den «reparativen» Weg entscheiden.
Ein grosses Potenzial, Unglück zu erzeugen, liegt im Konsum
und in der damit verbundenen Mittelbeschaffung. Wer immer unter Stress steht und für die Pflege seiner
selbst keine Zeit mehr findet, hat sich vielleicht einfach ein bisschen zuviel vorgenommen. Aber
Dauerzustände lassen sich schlecht analysieren. Statt unsere wahren Bedürfnisse zu erforschen, jagen
wir nur dauernd dem Geld hinterher.
Wir arbeiten wie gestört, erbauen Maschinen und entwickeln
Verfahren, die uns das Leben einfacher machen sollen, damit wir mehr davon haben, und trotzdem werden
wir statt zufriedener immer verblendeter. In anderen Lebensbereichen nennt man dieses Verhalten Sucht.
Leben oder gelebt werden?
Wenn Marketingpsychologen sagen, was Lebensqualität ist, stürzen sich die Konsum-Enten gierig auf die ausgelegten Köder. Satt werden sie davon ebenso wenig wie glücklich. Aber das ist ja auch gar nicht gefragt - sonst hätten wir ja plötzlich gar keine Bedürfnisse mehr. Der moderne Lebensstil lässt uns schnell und ohne Aufwand Junkfood in uns hineinbeigen, damit wir Zeit für "wesentlicheres", sprich, für noch mehr sinnverzerrenden Konsum haben.
Wie lange ist es her, dass Sie das letzte Mal ausgiebig Zeit für sich selbst hatten? Zeit, sich der Sonne, des Regens oder einer Blumenwiese zu erfreuen? Gedanken zu spinnen, zwanglos kreativ Ideen zu bilden, das Leben einfach so an sich vorüberziehen zu lassen? Was könnten Sie dabei verpasst haben? Unglücke, Naturkatastrophen, Kriminalität, politische Gehässigkeiten, Krieg in weissichnichtwo? Alles Informationen, die uns energetisch belasten und uns letztendlich krank statt glücklich machen.
Solche Meldungen sind nur den Massenmedien nützlich, denn auch sie wollen möglichst viel konsumiert werden. Für sie gilt: Only bad news are good news. Uns machen solche Informationen weder gescheiter noch glücklicher, sie stumpfen uns mit der Zeit höchstens ab. Und so verlernen wir in der ganzen Konsum- und Informationsüberflutung, die wesentlichen Dinge in unserem Umfeld wahrzunehmen und zu schätzen.
Irgendwann beginnen wir uns unwohl zu fühlen, können uns aber nicht ausdenken, woher dieses ungute Gefühl kommt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was langsam entsteht, wird oft zu spät wahrgenommen. Und wenn uns die Pharmawerbung eines Tages sagt, dass wir an XY leiden, merken wir nicht einmal mehr, dass ausgerechnet im selben Zeitpunkt 5 neue Medikamente gegen XY angeboten werden, die uns augenblicklich wieder beschwerdefrei, sprich, "gesund" zu machen versprechen.
Dafür verantwortlich ist letztendlich der Mensch, der Konsument, der Patient. Er entscheidet, ob er bei seinem Auto die Ölwarnanzeige überklebt oder ob er Öl nachfüllt, bevor er das Auto gegen den Rollstuhl tauschen muss.
Wenn wir aus Gründen der Alltagsverpflichtungen und der Abstumpfung nicht rechtzeitig erkennen, dass wir krank geworden sind und uns keine Zeit nehmen, uns die Mechanismen dieser Vorgänge klarzumachen, stürzen wir uns voller Dankbarkeit auf die Erlösung, die uns die Industrie bereithält. Medikamente, die Symptome zum Verschwinden bringen, sind aber keine Heilmittel, sondern hinterhältige Täuschungen. Weil sie aber rasch und zuverlässig wirken, macht die Werbung daraus eine Heilung und wir vergessen die Sache - bis das Leiden weitere Symptome zeigt und das Spiel von vorne beginnt: Business as usual.
Interdisziplinäre Verlagerung statt Heilung
Die Wirkung, die von Arzneien ausgeht, ist durchaus faszinierend. Kopf- oder Gelenkschmerzen können rasch durch eine Tablette beseitigt werden. Nies- und Juckreiz können zuverlässig unterdrückt werden und das Wohlbefinden kehrt zurück. Diese oder andere positive Erfahrungen haben wir wahrscheinlich alle schon erlebt. Wer wollte da schon bestreiten, dass es sich dabei um einen Segen für die Menschheit handelt? Doch die schnellen Erfolge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie uns nur von Beschwerden entlasten, diese aber nicht nachhaltig beseitigen, weil die Ursachen ja bestehen bleiben.
Diese wohltuenden Massnahmen haben zudem ihren Preis. Jährlich sterben allein in Deutschland nach Schätzungen klinischer Pharmakologen 50'000 bis 60'000 Patienten an den Nebenwirkungen von Arzneien. Eine viel grössere Anzahl erkrankt daran zusätzlich, zum Teil lebensbedrohlich. Darüberhinaus produziert die Unterdrückung von Krankheiten neue, meist schwerere Erkrankungen mit chronischem Verlauf. Wird zum Beispiel eine Neurodermitis durch unterdrückende Salben von der Haut "weggeschmiert", feiert der Dermatologe seinen Erfolg und der Lungenfachmann begrüsst bald darauf einen neuen Asthma-Patienten. Die Neurodermitis wurde nicht geheilt, sondern lediglich verschoben. Die Krankheit bleibt dieselbe, nur die Diagnose ist neu.
Dieser Mechanismus besteht bei jeder unterdrückenden Therapie. Auch Bluthochdruck-Patienten wägen sich in falscher Sicherheit, wenn die Medikamente dagegen den Blutdruck normalisieren. Wenn die Ursache bestehen bleibt, kann sich die Grundkrankheit weiterentwickeln. Bluthochdruck bedeutet, dass sich der Patient in einer Dauerspannung befindet. Der Wechsel zwischen Spannung und Entspannung - man spricht auch von Sympathikus- und Parasympathikus- Aktivität - findet nicht mehr statt. Wird dieser normale Rhythmus nicht wieder hergestellt, leidet das Organsystem als Ganzes und der nächste Schwachpunkt beginnt, Symptome zu produzieren. Medikamentöse Symptombekämpfung mündet so lediglich in einen Wettbewerb der Fakultäten. Kurz und direkt ausgedrückt: Der Patient stirbt nicht an einem Herzinfarkt, dafür aber an Krebs.
Die Wissenschaft am Gängelband der Wirtschaft
Heilen ist nicht mehr das oberste Prinzip, denn die Pharmaindustrie braucht Kunden. Das tönt jetzt sehr ketzerisch, ist aber von der Realität längst eingeholt worden. Pharmaunternehmen erfinden Krankheiten wie die Wechseljahre des Mannes und «Pandemien» wie die Vogel- oder die Schweinegrippe und präsentieren - oh Wunder - gleich die Erlösung davon. Tamiflu lässt grüssen.
Das Dilemma für den Patienten ist unausweichlich, da er von der Medizin, die mit dem höchsten menschlichen Gut - Gesundheit und Leben - betraut ist, offensichtlich getäuscht wird. Man streut Verunsicherung und bietet Sicherheit an, ein hinterhältig-perfides Vorgehen nur um des schnöden Mammons Willen.
Da Ärzte und Kliniken - vorläufig noch - offiziell nicht werben dürfen, haben die Pharmakonzerne diese Funktion übernommen, in dem sie einen Bedarf an Leistungen schaffen, der bisher nicht vorhanden war. Also wird der Markt auf diese Weise vorbereitet. Laut einer Studie eines der grössten Krankenversicherers der Schweiz verdiente schon im Jahr 2002 jeder selbstdispensierende Arzt durch den Verkauf von Gratismustern und vergünstigten Medikamenten durchschnittlich 100'000 Franken. Mit symptombekämpfenden Medikamenten wohlverstanden, nicht mit Ursachenforschung und Heilung.
Durch geschickte Massensuggestion und Instrumentalisierung von Angst wird das Verbraucherverhalten gewinnbringend transformiert. Redlichkeit und Ethik haben im Rahmen dieser Prozesse enorm gelitten und das Vertrauen der Patienten unterminiert. Diesen bleibt nichts anderes übrig, als sich im Dschungel der Möglichkeiten zu orientieren und für sich einen geeigneten Weg zur «Heilung» zu finden. Das wird dann oft der bequemste und finanziell attraktivste, weil von der Krankenkasse bezahlt, sein.
Was Otto Normalverbraucher aber nicht bemerkt, ist, dass er dabei nicht nur ausgenommen, sondern unter Umständen auch vergiftet wird. Geistig durch den Konsum (das beruhigt vorerst, über die stets steigenden Prämien wird man sich dann erst später aufregen) und körperlich durch Medikamente, die vorerst ein glückliches Leben versprechen. Doch das ist halt eben keine Heilung, sondern bestenfalls Symptomunterdrückung.
In Zeiten des gnadenlosen Marktes kann Verantwortung nicht mehr delegiert werden. Kommen wir zurück auf die oben angetönten Wechseljahre des Mannes. Es ist ein unerträglicher Unsinn, die Normwerte für Sexualhormone auf der Stufe von dreissigjährigen Männern festzulegen. Erhöht man Männern höherer Altersgruppen den Sexualhormonspiegel, steigt unter Umständen deren Prostatakrebsrisiko. Es gibt nicht viele Medikamente ohne Nebenwirkungen. Sie müssen nicht immer so gravierend sein, sind es aber öfter, als uns lieb ist.
Wer nicht begreifen mag, dass er nicht ewig dreissig ist, kriegt von der Industrie und ihren Helfern Aufmerksamkeit und Medikamente in fast beliebigen Mengen. Diese Massnahmen schützen aber nicht vor frühem Altern, sondern führen viel eher in Abhängigkeit, Leiden und Tod. Die Grenzen ärztlichen Handelns werden dabei aus kommerziellen Gründen oft unverantwortlich überschritten. Das Traurige dabei ist, dass bei diesen Prozessen viele Ärzte eher Opfer als Täter sind, da sie längst zu Marionetten der Pharmakonzerne geworden sind. Kommt dazu, dass viele Patienten den Arzt solange wechseln, bis sie erhalten, was sie wollen; für etwas zahlt man ja schliesslich die Krankenkassenprämien...
Das Hauptproblem der kommenden Jahre wird eine Radikalisierung marktwirtschaftlicher Prinzipien im Bereich der Medizin sein. Dies hat zweifelsohne zur Folge, dass die Fallzahlen gesteigert werden. So wird die Angst vor einer Krebserkrankung instrumentalisiert, um die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen hoch zu treiben. Dabei ist bekannt, dass Karzinome häufig als Zufallsbefund bei Obduktionen auftauchen. Viele Menschen sind unwissentlich Träger eines Krebses, werden damit alt und versterben schlussendlich an einer Herzkreislauferkrankung.
Wäre man in der Lage, jede Form von frühsten Karzinomen zu diagnostizieren, würde sich die Zahl von Krebspatienten - mit allen psychosozialen Folgen - erheblich steigern. Ist die Diagnose Krebs einmal gestellt, können sich nur wenige Patienten von diesem Stigma befreien und zu alter Lebensqualität zurückfinden. Da die Psyche ein entscheidender Prognosefaktor bei dieser Krankheit ist, ist eine grenzenlose Ausdehnung der Vorsorgeuntersuchungen ein zweischneidiges Schwert. Man kann heute ohne Übertreibung behaupten, dass mehr Leute von der Krebserkrankung leben als daran versterben.
Ein Kurswechsel seitens der Medizin und der Finanzierungssysteme ist längst überfällig. Aufgrund der Interessenskonflikte ist eine Reform von oben nicht zu erwarten. Eine Reform ist dennoch möglich, und zwar durch eine Änderung des Problembewusstseins der Betroffenen. Nur durch Änderung unseres Verhaltens können wir die Diktatur der Kartelle durchbrechen.
Aufmerksame, verantwortungsbewusste Personen können den Unterschied zwischen echter Vorsorge und aufdringlicher Panikmache erkennen und wissen, dass der Schlüssel für ein gesundes, verantwortungsvolles Leben in erster Linie vom eigenen Verhalten abhängt. Vorsorge bedeutet, auf sich selbst zu hören und möglicherweise auch zu erkennen, dass in scheinbar wertloser «Zeitverschwendung» enormes Potential für die persönliche Entwicklung steckt. Gönnen Sie sich die Zeit, Ihren echten Bedürfnisse zu folgen!
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