Schröpfkopf-Behandlung 

Eine bewährte Heilmethode

 

Was ist Schöpfen?

Schröpfen ist eine effiziente Behandlungsmethode, die sowohl in der östlichen wie auch in der westlichen Heilkunde seit Jahrhunderten mit grossem Erfolg angewendet wird. Schröpfen wirkt lösend und stark durchblutungsfördernd auf die unterschiedlichsten Strukturen des Organismus.

Die Behandlung gehört zu den ausleitenden Methoden wie zum Beispiel die Honigmassage und ist eine einfache, sichere und häufig sehr rasch wirkende Heilmethode, die auf verschiedenen Ebenen greift und deshalb oft erstaunliche Erfolge zeigt.

In der Praxis wird zwischen «trockenem» und «blutigem» Schröpfen unterschieden. Die blutige Schröpfung unterscheidet sich von der trockenen dadurch, dass die Haut vor dem Aufsetzen der Schröpfköpfe leicht angeritzt wird, wodurch durch das Vakuum Blut ausgesaugt wird.

In der Irchelpraxis wird ausschliesslich mit der trockenen Methode, also ohne Hautverletzung, geschröpft.

Die Schröpfgläser werden auf die geölte Haut gesetzt und darin ein Unterdruck (Vakuum) erzeugt, der durch die Dehnung von Haut-, Unterhaut- und Bindegewebe eine starke Durchblutungssteigerung bewirkt. Diese Technik hat eine gute Tiefenwirkung und regt den Zellstoffwechsel in den betroffenen Gebieten stark an. Die Schröpfköpfe bleiben je nach Anwendung und Situation während 5 bis 30 Minuten auf der Haut.

Der Schwerpunkt der Schröpfbehandlungen liegt naturgemäss bei entzündlichen und funktionellen Krankheiten. Organische Veränderungen können durch das Schröpfen zwar nicht geheilt, die von erkrankten Organen ausgehenden funktionellen Störungen aber meistens positiv beeinflusst werden.

Schröpfen entspricht dem Therapiewert der Eigenblutbehandlung und ist in der Wirkung am ehesten vergleichbar mit der Bindegewebs-Massage. Die einzigen 'Nebenwirkungen' des Schröpfens sind allein ästhetischer Natur. Bei intensiver Anwendung können deutlich sichtbare Hämtome entstehen, die aber kaum schmerzen und nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Angesichts des grossen Heilungspotentials schrecken solche Hämatome aber niemanden ab, der die wohltuende Wirkung der Behandlung kennt.

Wirtschaftsfeindlich, aber patientenfreundlich

Die Methode wird in der westlichen Schulmedizin nur noch selten angewendet, denn sie kommt ohne teure Apparate und Medikamente aus. Sie 'rentiert' höchstens für den Patienten, der allerdings - wie bei allen manuellen Therapien - bereit sein muss, etwas Zeit und Aufwand für die Heilung seiner Leiden zu investieren.

Älteren Lesern wird diese alte naturheilkundliche Methode noch ein Begriff sein. In vergangenen Zeiten, vor allem nach dem Krieg, als Medikamente knapp waren, wurde häufig und mit grossem Erfolg geschröpft.

Indikationen

Eine Schröpfkopf-Behandlung kann hilfreich sein bei:

Muskelhartspann, Verspannungen, besonders im Bereich des Rückens
Ebenfalls im Bereich des Rückens können über die head'schen Zonen viele innere Organe reflektorisch stimuliert werden.
Beschwerden der Atemwege
grippale Infekte (Erkältungskrankheiten), Hals-, Mandel- und Bronchialinfektionen, Asthma bronchiale.
Kopfschmerzen oder Migräne
Bei schmerzhafter Menstruation.
Menstruationsbeschwerden können gut vor dem erwarteten Einsetzen der Regelblutung behandelt werden.
Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Stoffwechsel- und Verdauungsprobleme
Beschwerden der ableitenden Harnwege, besonders bei chronischer Blasenentzündung
Leberbeschwerden und Regulierung des Gallenflusses
Arthritis: chronisch entzündliche und degenerative Formen, nicht aber akute Entzündungen
Zur Entstörung von Narben, um verklebtes Gewebe wieder durchlässig zu machen

 

Kontraindikationen

Schröpfkopfbehandlungen dürfen nicht angewendet werden:

bei sehr labilen oder erschöpften Personen
bei sehr tiefem Blutdruck
in der Rekonvaleszenz (Genesungsphase einer Krankheit)
über Krampfadern und grossen Narben
bei akuten Entzündungen (alle Erkrankungen, deren Bezeichnungen mit ...itis enden. (z.B. Arthritis, Hepatitis, etc.)
bei akuten Verletzungen und frischen Operationswunden
bei grossem Blutverlust; z.B. nach dem Blutspenden
Auch während der Menstruation sollte auf eine Schröpfbehandlung verzichtet werden.
bei Personen, welche blutverdünnende Medikamente einnehmen.
Weil Schröpfen einen blutverdünnenden Effekt hat, dürfen blutige Schröpfungen nur nach Rücksprache mit dem Arzt durchgeführt werden.
in der Schwangerschaft sollte auf das Schröpfen verzichtet werden.
Bauch, Lende und Oberschenkel dürfen bei Schwangeren nie geschröpft werden.
bei Patienten mit Herzschwäche oder Herzschrittmachern
In diesen Fällen bestimmt der Arzt, ob die Schröpfbehandlung überhaupt durchgeführt werden darf.