Schröpfkopf-Behandlung
Die praktische Anwendung
Die Informationen auf dieser Seite betreffen ausschliesslich das trockene Schröpfen, bei dem die Haut nicht verletzt wird. Massagetherapeuten ist es nicht erlaubt, Körperverletzungen vorzunehmen.
Tja, so ist das halt geregelt: Piercer, Tätowierer und Schmuckhändler dürfen Leute verletzten und zerstechen, Heiler dürfen dies nicht. Die haben schliesslich zu heilen...
Weil Schröpfkopfbehandlungen in den meisten Fällen am Rücken oder im Rahmen einer anderen Behandlung stattfinden, werden sie in der Regel von einem Therapeuten in der Praxis durchgeführt. Je nach Anwendungsgebiet kann man sich Schröpfköpfe mit einiger Übung aber auch selbst setzen.
In der Irchelpraxis wird die Haut vor dem Aufsezten der Gläser mit einem Heilpflanzenöl leicht massiert, um das Gewebe warm und geschmeidig zu machen. Wenn nur stationär geschröpft wird, ist eine Behaarung kein Problem, bei einer Schröpfkopfmassage hingegen kann starker Haarbewuchs schmerzhaft sein.
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Selbstanwender und pyrophobisch veranlagte Therapeuten verwenden mit Vorteil Gummiballon-Gläser. Diese sind relativ preiswert in grosser Auswahl erhältlich und sehr einfach anzuwenden. |
Der Nachteil dieser Methode ist der bei normalen Ballongläsern beschränkte Unterdruck (Vakuum). Um ihn zu erzeugen, steht nur das Volumen und die Spannkraft des Gummiballons zur Verfügung. Zudem lässt der relativ hohe Schwerpunkt die Gläser schneller abreissen. Weil damit meist nur am liegenden Körper (wenn die Gläser aufrecht stehen) gut gearbeitet werden kann, sind diese Gläser nicht in allen Situationen verwendbar.
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Der Unterdruck kann durch die Verwendung sogenannter Celik-Gläser erhöht werden. Celik-Gläser sehen auf den ersten Blick aus wie normale Ballongläser, besitzen aber ein Ventil, das es ermöglichet, das Glas mit mehreren Pump-Vorgängen leerzupumpen und den Unterdruck auch wieder sanft abfallen zu lassen. |
In der Irchelpraxis wird fast ausschliesslich mit der «warmen Methode» gearbeitet. Dabei werden Gläser ohne Gummiball verwendet, bei denen der Unterdruck durch das Abkühlen der zuvor mit offenem Feuer erwärmten Luft erzeugt wird. Die Gläser selbst werden bei richtiger Anwendung nicht warm, der Patient spürt kaum etwas vom ganzen "Feuerzauber".
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| Utensilien für die «warme Methode» |
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| Auf dem Rücken gesetzte Gläser | Nach einer Behandlung von nur etwa 10 Minuten |
Die 'warme Methode' erfordert zwar etwas Übung, ist aber über alles gesehen die praktischste und zugleich die preiswerteste. Sie kommt ohne teures System-Zubehör aus. Handpumpen- oder Kompressoren-Systeme mit speziellen Köpfen, Nippeln und Schläuchen haben zudem den Nachteil, dass niemand eine Erhältlichkeit garantieren kann, wenn nach Jahren einmal Ersatzteile benötigt werden.
Ein normaler 'Warm-' Schröpfkopf kostet weniger als 10 Franken und hält ewig. Er ist aus stabilem Laborglas gefertigt, überlebt auch Stürze, wenn er nicht gerade auf einen Betonboden fällt, hat ein geringes Gewicht, ist kratzfest, leicht zu reinigen, heiss sterilisierbar und in vielen Grössen und Ausführungen erhältlich.
Weitere Anwendungen
Im kosmetischen Bereich wird mit speziellen Schröpf-Geräten (Vaculifter oder Scherenpumpensystem) gerne Cellulite behandelt. Bei regelmässiger Anwendung über mehrere Wochen wird von guten Erfolgen berichtet, obwohl Mediziner einen längerfristigen Erfolg in Abrede stellen. Das klinische Wörterbuch "Pschyrembel", ein Standardwerk, das in praktisch jeder Arztpraxis steht, meint zu Cellulite lapidar: "Therapie nicht möglich; prophylaktisch Gewichtsreduktion und körperliches Training".
Daneben gibt es für verschiedene Zwecke noch eine ganze Reihe anderer Gerätschaften für die 'kalte' Anwendung im Heimbereich und in der Therapie. Angefangen bei der Scherenpumpe für die Selbstanwendung bei zu kleinen Brüsten und Penissen (so zumindest die Werbung für diese Lifestyle-Spielzeuge) über gefällige Handpumpen für Cellulitis-am-Po-gestrafte Frauen (die WC-Ente findet solche Fudis nämlich pothässlich und sowas kann man dem armen Tier doch nicht antun, wir kennen ja schliesslich auch noch ein Tierschutzgesetz) bis hin zur 'Apparatschik-Methode' mit einem kleinen Kompressor, der den Unterdruck per Knopfdruck erzeugt.
Einige Produkte
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Ein praktisches Gerät für die Selbstbehandlung im kosmetischen Bereich ist der Vaculifter. Es wird hauptsächlich für Gesichtsmassagen und bei Celluliteproblematik eingesetzt. Es gibt davon 4 Ausführungen, die sich aber nur in der Grösse der Saugglocke (10, 20, 33 und 50 mm) unterscheiden. Die Saugglocken sind nicht austauschbar, es muss also für jede Grösse ein komplettes Gerät gekauft werden. In der Irchelpraxis gibt es ein Demogerät, das Sie kostenlos testen können. Für die professionelle Anwendung ist der Vaculifter nicht geeignet. Vaculifter sind zwar praktisch und einfach anzuwenden, im Preis aber absolut überrissen. Die Geräte sind bei Methatec Praxisbedarf in Deutschland erhältlich. Sie kosten etwa 45€, bei Einzelbestellung mit MwSt. und Zoll macht das um die 80 Franken. |
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Die Firma Fröhle stellt «medizinisch-technische Formteile für die Vakuum-Therapie» her. Das Wirkprinzip ist dasjenige des Schröpfens. Der Unterdruck wird mit einer Handpumpe oder einem Kompressor erzeugt. Die «Schröpfgläser» zu diesem System bestehen aus flexiblen, bis handtellergrossen Kunststoffglocken. Fröhle-Geräte werden für ästhetische, erotische und medizinische Anwendungen empfohlen. |
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«Professionell» anmutendes System mit Handpumpe und Kuststoffgläsern mit Ablassventil für pyrophobisch veranlagte Therapeuten. |
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Für finanzstarke Technokraten die ultimative Lösung: Der Schröpf-Kompressor. |








