Traditionelle Zubereitungen

weitere Zubereitungen

 

Gewürz- und Heilkräuter konservieren

Gartenkräuter wird man normalerweise ungewaschen schonend lufttrocknen, um sie zu konservieren. Am besten geht das mit einem Dörrgerät (Weiterentwicklungen des legendären «Dörrex»), das mittels Ventillator und Thermostat sehr effizient arbeitet. Wichtig ist dabei, dass die Drogen während des Trocknungsvorganges nicht über 40°C erwärmt werden.
In vielen Publikationen wird das Trocknen im Backofen erwähnt. Diese Methode ist nur bei einem Elektro-Backofen mit Auftau-Funktion zu empfehlen. Die niedrigste Temperatur beträgt dort meistens 50°C. Bei leicht geöffneter Ofentüre ist das vertretbar. Gas-Backöfen erzeugen selbst bei niedrigster Einstellung viel zu viel Wärme und sind für die Trocknung von Kräutern nicht geeignet.

Getrocknete Kräuter sollten möglichst als ganze Pflanzenteile in Papier- oder Stoffsäcken dunkel, trocken und kühl (nicht im Kühlschrank!) aufbewahrt werden. Bei luftdichten Behältnissen droht Schimmel, wenn die Drogen nicht 100%ig trocken sind. Fein gemahlen oder falsch aufbewahrt droht Farb-, Geschmack- und Wirkstoffzerfall. Möchte man Pulver, empfiehlt es sich, die Kräuter kurz vor der Verwendung in kleinen Portionen im Cutter oder in der Moulinette zu pulverisieren.

Wer auch im Winter, wenn frische Kräuter rar sind, nicht auf gesunde Wirkstoffe und feine Aromen verzichten will, wird sich zur Erntezeit selbst einen Vorrat anlegen müssen. Die meisten frischen Würzkräuter, die im Winter erhältlich sind, sind aufgepumpte Grossverteiler-Halbheiten, die etwa gleich gut duften, wie Tomaten im Januar schmecken.

Weil vor allem Licht, Luft und Wärme die Wirkstoffe schnell zerstören, bietet sich mit dem Einfrieren eine ideale Form für die Vorratshaltung an. Dazu wird man die Kräuter meist gar nicht erst trocknen müssen, das ist nur notwendig, wenn wirklich ganz feines Pulver benötigt wird. Werden die Pflanzenteile frisch zerkleinert, reicht oft schon der eigene Saft, um eine praktikable Konsistenz für den Gefrierprozess zu erhalten. Die «Paste» kann dann in einer Form (kleine Döslein, Eiswürfelfächer oder -Schläuche) eingefroren werden. Bei grösseren Mengen können bei geeigneter Konsistenz auch mit einem Spritzsack Würstchen auf ein Holzbrett gespritzt werden. Nach dem Durchfrieren werden diese dann zerteilt und in geeigneten Behältern tiefgekühlt aufbewahrt.

Wer einen grossen Garten hat, kann sich auf diese Weise auch Salatkräuter für den ganzen Winter einmachen. Das gibt in der Erntezeit zwar recht viel Arbeit, aber es lohnt sich auf jeden Fall, denn die im Winter erhältlichen wuchsfrischen Kräuter schmecken oft nicht wirklich nach dem, als das sie verkauft werden.

Schonend hergestellte Kräuter-"Konserven" aus dem Sommergarten sind durch nichts zu ersetzen. Man kann damit die Mahlzeiten würzen oder Duft- und Heilkräuter mit einem Löffel Joghurt oder einem Schluck Tee verrührt einnehmen, womit wir wieder im Alltag wären: Man muss nicht immer nach Spezialitäten suchen; in der Naturkostküche lassen sich feine Kräuter von der Suppe bis zum Dessert raffiniert verwenden.

 

Deine Nahrungsmittel sollen deine Heilmittel sein

 

Wer sich mit biologisch erzeugten, frischen und möglichst schonend verarbeiteten Nahrungsmitteln ernährt, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel und sündhaft teure Spezialpräparate, die uns ach so wohlbesorgte «Wellnessagenten» verkaufen wollen.

 

An apple a day, keeps the doctor away