Angewandte Naturheilkunde
Die Reinigung von Nase und Mund
Mit fortschreitender Konsumerziehung geht viel Wissen um simple, aber wirkungsvolle Hausmittelchen verloren. Es ist mir bei der Arbeit in der Praxis wie auch hier auf der Website ein Anliegen, das Hintergrundwissen zu solchen Techniken zu vermitteln. Wer selbst vorsorgt, spart Zeit und Geld, lebt gesünder und ist sich seiner Verantwortung eher bewusst als Leute, die mit jeder Erkältung gleich zum Arzt rennen.
Eine dieser Methoden ist die Nasenspülung , eine andere das sogenannte Ölziehen, die gründliche Reinigung des «Esszimmers», die weiter unten beschrieben wird. Die Nasenreinigung wurde früher auch von Ärzten empfohlen, man kannte damals aber vor allem das Pipettenfläschchen, das bezüglich Hygiene bei falscher Anwendung eher eine Bakterienkultur statt ein Behälter für Reinigungsflüssigkeit war. Mit den heute erhältlichen Nasenspülkännchen ist das Thema Nasenreinigung aber wieder salonfähig geworden.
Ein wichtiger Teil des Mundes ist auch die Zunge. Sie kann leicht erkennbare Hinweise auf Erkrankungen des Körpers geben. Bei aller Vorsicht, die bei Diagnose und Reinigung beachtet werden muss, gibt es ein praktisches Gerätchen, mit dem man ohne grossen Brechreiz den Zungenbelag reduzieren kann.
Die Nasenspülung
Vorbeugung gegen Erkältung und Heuschnupfen
Die Schleimhaut der Nase erfüllt eine wichtige Abwehrfunktion gegenüber Fremdkörpern, die Infektionen auslösen können. Mikroskopisch feine Härchen transportieren durch rhythmische Bewegungen einen sich ständig erneuernden Schleimteppich laufend weiter in Richtung Rachenraum. Von dort gelangt das Sekret, in dem alle eingedrungenen Fremdkörper wie Staub und Bakterien gefangen sind, in den Magen und wird dort durch Enzyme neutralisiert.
Wenn die einwandfreie Funktion der Schleimhaut gestört ist, das Sekret zu dick, verfestigt oder zu flüssig ist, kann der Abtransport der eingedrungenen Partikel und Mikroorganismen nicht mehr schnell genug erfolgen. Als Folge davon können Nasenebenhöhlenentzündungen oder auch chronischer Schnupfen entstehen. Im Rachenraum und im Bereich der Mandeln kann es dann leicht zur Anhäufung von fremden Keimen und dadurch zu Infektionen wie Halsschmerzen oder Mandelentzündungen kommen. Eine gestörte Funktion der Schleimhaut ist auch der ideale Wegbereiter von Erkältungen oder Grippe.
Ebenfalls häufig auftretende Probleme sind schmerzhafte Entzündungen der Stirnhöhlen und Nasennebenhöhlen, hervorgerufen durch eine Verstopfung der feinen Verbindungskanäle im Naseninnenraum. Wenn Sekret gestaut wird, kann eine Entzündung entstehen, die sich dann leicht auch zu einer bakteriellen Infektion, im schlimmsten Fall mit nachfolgender Vereiterung, entwickeln kann.
Durchführung der Nasenspülung
Solchen Komplikationen kann mit regelmässigen Nasenspülungen vorgebeugt werden. Dabei werden die Nasengänge mit warmem Wasser oder mit einer physiologischen Kochsalzlösung drucklos durchgespült. Die physiologische Lösung ist angenehmer anzuwenden als reines Wasser, weil ihr Salzgehalt mit 0.9% demjenigen der meisten Körperflüssigkeiten entspricht und dadurch weniger reizt. Für die Durchführung der Spülung gibt es spezielle Nasenkännchen aus Kunststoff oder Porzellan.
Eine physiologische Kochsalzlösung kann in der Apotheke gekauft werden. Man kann sie aber auch gut selbst herstellen. Dazu wird in drei Dezilitern (soviel braucht es für beide Nasenlöcher) lauwarmem Wasser 2.7 Gramm normales Kochsalz vollständig aufgelöst. Wenn Ihre Haushaltwaage solch kleine Gewichte nicht messen kann, nehmen Sie 9 Gramm auf einen Liter. Ob es dann 8 oder 10 Gramm sind, spielt keine grosse Rolle. Die Lösung sollte bezüglich Salzgehalt etwa wie Tränenflüssigkeit schmecken.
Der Kopf wird über einem Waschbecken nach vorne und leicht zur Seite geneigt. Der Mund bleibt zur Atmung offen. Das gefüllte Nasenkännchen wird dann in das obere Nasenloch geführt. Bei freien Nasengängen läuft die Salzwasserlösung von selbst ganz leicht aus dem anderen Nasenloch wieder heraus. Wenn ein Nasenloch verstopft ist, beginnt man mit dem freien Loch. Unter Umständen muss dann die Lösung auch vorsichtig eingesaugt oder rausgepresst werden, wobei oft erst mehrere Versuche in einem gewissen zeitlichen Abstand zu einer freien Nase führen.
Geatmet wird ruhig und regelmässig durch den Mund. Wenn die Lösung teilweise in den Rachenraum abläuft, ist die Kopfhaltung noch nicht völlig korrekt; eine leichte Haltungsänderung des Kopfes nach unten löst auch dieses Problem. Anschliessend wird die Nase durch Ausschnauben getrocknet und die Prozedur mit dem anderen Nasenloch wiederholt. Wenn Sie danach gleich wieder andere Dinge tun müssen, nehmen Sie ein Taschentuch mit - es kann sein, dass die Nase noch ein wenig nachtropft.
Regelmässige Nasenspülungen sind angezeigt bei:
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häufig verstopfte oder "laufende" Nase |
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häufige Erkältungen |
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Neigung zur Entzündung der Nasenebenhöhlen |
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Neigung zur Entzündung der oberen Luftwege |
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Heuschnupfen |
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häufig auftretender Stirnhöhlenkatarrh |
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Tätigkeiten in staubigen, verschmutzten oder klimatisierten Räumen |
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häufige Ohrenschmerzen durch Entzündungen des Mittelohres |
Kontraindikationen
Bei unversehrter Anatomie und richtigem Vorgehen gibt es für die Nasenspülung keine Einschränkungen.
Das Ölziehen
Das Ölziehen oder Ölkauen ist eine alte volksheilkundliche Methode, die erstmals mit den Veröffentlichungen eines russischen Arztes 1991 auch bei uns populär wurde.
Es ist eine genial einfache, preiswerte und hervorragend wirksame Methode, beste Mundhygiene zu erreichen, indem das Immunsystem im empfindlichen Schleimhautbereich des Mundes optimal unterstützt wird.
Die besten Erfolge werden erreicht, wenn die Methode über längere Zeit, evtl. sogar über Monate durchgeführt wird. Es kann 2-3 mal täglich angewendet werden, die wichtigste Anwendung (und normalerweise auch die einzige am Tag) sollte am Morgen, absolut nüchtern und vor dem ersten Schluck Wasser erfolgen.
Vorgehen
Einen Esslöffel voll gutem Sonnenblumenöl in den Mund fliessen lassen und dann während 5 bis 10 Minuten gut durchkauen und zwischen den Zähnen hindurchziehen, so dass möglichst jede erreichbare Stelle mehrmals intensiv gewaschen wird.
Die Wahl des Öls spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Sonnenblumenöl ist ein allgemein gut verträgliches und auch in der zu bevorzugenden kaltgepressten Form ein nicht allzu teures Öl.
Wegen seines feinen Nussgeschmacks wird aber auch oft das etwas teurere Sesamöl benutzt. Olivenöl ist für den frühen Morgen oftmals zu streng im Gout – aber wie gesagt, die Wahl des Öls ist Geschmackssache.
Mit der Zeit wird der Widerstand des anfangs etwas zähen Öls geringer, weil es mit dem Speichel zu einer ölig-wässerigen Lösung emulgiert, die sehr gute Reinigungseigenschaften aufweist.
Nach 10 Minuten wird die Emulsion ausgespuckt (sehr wichtig, NICHT schlucken) und der Mund mehrmals mit warmem Wasser durchgespült. Abschliessend die Zähne putzen.
Die Reinigung der Zunge
In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Zunge sehr viel mehr Beachtung geschenkt, als hier im Westen. In der Zungendiagnostik ist ein gelber Belag immer ein Hinweis darauf, dass im Verdauungstrakt etwas nicht mehr stimmt. Obwohl bei Problemen im Mund kaum jemand vom Verdauungskanal spricht, ist vor allem die Zunge ein diagnostisch wertvoller Abschnitt desselben, weil er leicht ersichtlich ist. Dabei wird man zum Beispiel bei einer Gastroenteritis, einer Darmgrippe also, feststellen, dass auf der Zunge meistens starker Belag entsteht, der ein übles Gefühl im Mund erzeugt.
Nun kann man natürlich nicht einfach den Belag abschaben, und dann ist alles wieder in Ordung. Ausserdem kann durch zu starkes Abschaben die Zungenoberfläche verletzt werden. Ist die Ursache abgeklärt, kann mit dem hier vorgestellten preiswerten und effizienten Gerät versucht werden, den Belag zu reduzieren, weil er mitunter auch für Mundgeruch verantwortlich ist.
