Naturheilkundliche Fusspflege

was Sie selbst für die Pflege Ihrer Füsse tun können

 

 

Unsere Füsse

tragen uns durch das ganze Leben. Dennoch nehmen wir diese enorm wichtigen Teile unseres Körpers vielfach erst dann wahr, wenn sie sich über Schmerzen oder andere Krankheitszeichen bemerkbar machen. Vielleicht liegt die im Allgemeinen eher schlechte Beachtung der Füsse auch ein bisschen daran, dass sie etwas gar weit vom Kopf entfernt sind. Dabei lohnt es sich, seinen Füssen auch bei der täglichen Körperpflege eine gewisse Beachtung zu schenken.

Man kann eine für die Füsse ungesunde Tätigkeit in schlechtem Schuhwerk ausüben müssen, schmerzende, müde Füsse haben, sich den Knöchel verstauchen, im Hallenbad einen Fusspilz auflesen oder auch einfach Fussschweiss haben:

Die hier vorgestellten Methoden für die Fusspflege mit Mitteln der Volksmedizin und der Naturheilkunde eignen sich zur Pflege und Selbstbehandlung von leichten oder abgeklärten Erkrankungen. Die Fusspflege als therapeutische Massnahme bei kranken oder stark vernachlässigten Füssen bedarf der Abklärung durch den Hausarzt oder der Behandlung durch die professionelle Fusspflege.

Krankheitszeichen

Immer, wenn sich an den Füssen krankhafte Symptome zeigen, gilt es zu beachten, dass diese sowohl von innen als auch durch äussere Einflüsse entstanden sein können. Der berüchtigte Fusspilz vom bösen Hallenbad zum Beispiel ist zwar ein Angriff von aussen. Er kann sich aber vor allem dann festsetzen, wenn ihm Angriffsflächen geboten werden. Deshalb tut man in einem solchen Fall gut daran, sich ein paar Fragen zu stellen:

 

Ist das Symptom an den Füssen das einzige am Körper?
Wie ist meine Abwehrlage? Funktioniert der Stoffwechsel wie er sollte? Stehen meinem Körper genügend Abwehrstoffe zur Verfügung? Stelle ich die ausreichende Versorgung des Körpers mit Flüssigkeit, Vitaminen und Mineralstoffen sicher?
Lasse ich meinen Füssen die erforderliche Aufmerksamkeit zukommen, das heisst: Wie oft und womit pflege ich die Füsse? Trockne ich die Zwischenräume zwischen den Zehen nach dem Duschen sorgfältig genug ab?
Trage ich gute Fussbekleidung? Durch Wollsocken und offene Schuhe kann der Fuss atmen, durch Kunstfaserbekleidung entsteht schneller ein bakterienfreundliches Klima.

 

Massnahmen zur Linderung häufiger Krankheitssymptome

 

Fusschweiss Nagelbettentzündung
Hornhaut Fusspilz
Hühneraugen Nagelpilz
Warzen Nagelpflege

 

Fussschweiss

Fussschweiss ist keine Folge von mangelhafter Fusshygiene. Es gibt eben Leute, die mehr schwitzen und solche, die das Problem nicht kennen. Erst wenn sich der Schweiss zersetzt, führt das zu schlechtem Geruch. Dann sollte man auf eine besonders gute Fusshygiene achten. Vom guten Geruch hängt mehr ab im Leben, als wir allgemein wahrhaben wollen. Wenn's stinkt, stinkt's manchem.

Leidende in dieser Sache tun allerdings gut daran, nicht jeden gut gemeinten Tipp aus lauter Panik unbesehen anzuwenden. Denn viele Schweisshemmer sind reine Symptomatika, die den Schweiss zurückhalten oder kaschieren. Es stinkt dann zwar nicht mehr nach Schweiss, dafür nach anderen Dingen, die auch nicht gerade an den lichten Frühlingswald erinnern...

Verstärkte Schweissbildung am ganzen Körper sollte ärztlich abgeklärt werden.

Achten Sie auf genügende Fusshygiene und geeignete Fussbekleidung. Tragen Sie offene Schuhe und Wollsocken.
Kaltes Fussbad am Morgen mit 1 El Essig (1 Minute genügt) oder die Füsse mit kaltem Essigwasser (20% Essig) waschen.
Warmes Fussbad mit 2 Handvoll Schachtelhalm, 2 Esslöffeln strahlenloser Kamille und einem Esslöffel Salbei. 2 bis 3mal wöchentlich anwenden. (Schachtelhalm, auch Zinnkraut genannt, kalt ansetzen, zum Sieden bringen und mindestens 20 Minuten zugedeckt ausziehen lassen. Dann Kamille und Salbei beifügen, aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen)
Warmes Fussbad mit Eichenrinde: 5 bis 10 Esslöffel Eichenrinde auf einen Liter Wasser kalt ansetzen und während 5 Minuten kochen, dann absieben. Achtung: Eichenrinde kann Badegefässe (auch Emaille!) dauerhaft verfärben!
Warmes Fussbad mit Weidenrinde: Tee aus 1 bis 2 Esslöffel Weidenrinde ins Fussbad geben. (Weidenrinde kalt ansetzen, zum sieden bringen und mindestens 20 Minuten zugedeckt ausziehen lassen.) Man kann aus der Weidenrinde auch eine starke Tinktur herstellen und dann von dieser (je nach Stärke 10 bis 30 ml) ins Bad geben. Das ist einfacher und geht schneller.
Eine der wirksamsten Pflanzen gegen verstärkte Schweissbildung (Hyperhydration), nicht nur an den Füssen, ist der Salbei. Zu diesem Zweck wird Salbei innerlich, in erster Linie als Tee, 2 bis 3 mal täglich eine Tasse, angewendet. Tee-Verächtern bieten sich Auszüge in Form von Tinkturen oder HAB-Frischpflanzentropfen an (3mal täglich 20 Tropfen). Eine weitere Methode ist, 1 bis 2 Tropfen des ätherischen Öls das Salbeis auf einen Würfelzucker zu geben, diesen mit einem Teelöffel Wasser beträufeln und sofort zu schlucken. Nebeneffekt: Einen frischen Atem und in der Grippezeit ein bisschen Schutz vor einem grippalen Infekt.
Salbei ist auch in der Küche eine beliebte und schmackhafte Gewürz-Pflanze. Den grössten Nutzen bringt die Verwendung in der kalten Küche, am Salat oder z.B. zwischen Brot und Aufstrich oder Auflage. Kochen schadet den besonders wirksamen, aber leicht flüchtigen ätherischen Ölen.
Fuss-Puder zum Einpudern von Füssen, Socken und Schuhen. Die Füsse bleiben länger trocken, die Schweisssekretion wird vermindert:
Rezeptur: 30 gr. Talkum und 30 gr. Reis- oder Maisstärke in einer Schüssel vermischen, 5 bis 10 Tropfen ätherische Öle von Salbei, Minze, Rosmarin, Verbena, Zeder, Zypresse oder nach persönlicher Vorliebe darüberträufeln und gut durchrühren. Durch ein Mehlsieb schütteln und in eine Puder-Streudose abfüllen.
Fuss-Tinktur für Einreibungen tagsüber; wirkt sehr erfrischend und belebend und duftet diskret.
Rezeptur: In 100 ml Tinktur aus Lavendel-, Ringelblumen- und Huflattichblüten bis zu 10 Tropfen ätherische Öle nach Bedarf verschütteln. Tinktur hat einen Alkoholgehalt von über 40, oft 60 oder mehr Volumenprozenten und trocknet die Haut stark aus. Deshalb ist es ratsam, sie mit Wasser, Kräuteraufguss oder Hydrolat (z.B. Hamameliswasser) zu einem Fluid zu verdünnen, idealerweise auf ca. 20% Alkohol. Je weniger Alkohol das Fluid enthält, desto weniger lang ist es haltbar. Die Mischung verschütteln und in eine dunkle Glasflasche abfüllen. Kühl aufbewahren. Haltbarkeit: mindestens 6 Monate.
Bei Anwendung der unverdünnten Tinktur sollte der Fuss mit einer guten Crème oder Salbe nachbehandelt werden.

 

Hornhaut

Hornhautbildung ist ein wichtiger Schutzmechanismus der Haut. Hornhaut, die z.B. durch unbequeme Schuhe oder mangelhafte Fusspflege entstanden ist, radikal abzuhobeln, hat nur einen kurzzeitigen kosmetischen Effekt. Beseitigen Sie stattdessen die unbequemen Schuhe! Hornhaut trocknet leicht aus und es entstehen Risse, durch die Keime in die Haut eindringen können.

Fussbad mit Weidenrinde als wässeriger oder alkoholischer Auszug. So wird's gemacht
Mehrere Male Weidenrindentinktur aufpinseln, evtl. die nicht betroffenen Hautareale zuvor mit einer Fettcrème abdecken.
5 Aspirintabletten zu Pulver zerreiben und mit einem Esslöffel Wasser und einem Esslöffel Zitronensaft zu einer Paste verrühren. Diese Paste dick auf die Hornhaut auftragen. Danach mit einer Plastikfolie abdecken und ein warmes Handtuch darum wickeln. Mindestens zehn Minuten in dieser Packung verweilen. Nach der Entfernung der Packung die aufgeweichten Stellen gründlich mit einem Bimsstein abreiben.
Den gleichen Zweck erfüllt auch eine preiswertere 5 bis 10%ige Salicylsäurecreme aus der Apotheke.
Die ultimative Hornhaut-Behandlung: Der Öl-Zucker-Honig Service: Salatöl (das billigste aus dem Grossverteiler reicht für diesen Zweck) und Zucker zu gleichen Teilen mischen. Nach einem warmen Fussbad die trockenen Füsse mit dem Öl-Zucker-Brei gut einmassieren und ca. 30 Minuten einwirken lassen. Dann abwaschen und trocknen. Je nach Zustand kann danach versucht werden, die aufgeweichte Hornhaut mit einem Bimsstein oder einer Hornhautfeile zu entfernen. Feilen Sie besser bei jeder Anwendung wenig statt einmal viel, damit Sie die intakte Haut nicht verletzen.
Danach werden die betroffenen Stellen (oder auch der ganze Fuss) mit Honig eingerieben und mit einer Socke gesichert. Die Packung sollte mindestens eine Stunde belassen werden, danach wird der Honig abgewaschen. Honig pfegt die Haut, macht sie weich und geschmeidig. Als Supplement kann der Fuss danach noch mit einer Ringelblumensalbe nachbehandelt werden.
Packung mit Oliven- oder Rizinusöl. Evtl. über Nacht anwenden und dabei die Packung mit einer Socke sichern. Keine Folie verwenden, der Fuss muss atmen können.
Packung mit Essig-Öl-Emulsion: 2 El Olivenöl, 1 El Apfelessig und 1 Eigelb verschlagen. Ein paar Stunden kühl stellen. 10 bis 20 Minuten auf der Haut einwirken lassen; rauhe und spröde Stellen massieren.
Essigpackung: Watte (sehr praktisch: ein Tampax - besser als «o.b.», weil flacher) in guten Apfelessig tauchen, leicht ausdrücken und nur gerade die Watte mit einem kleinen Stück Plasticfolie abdecken und mit einer elastischen Binde sichern. Weil Essig je nach Auflagedauer und Hautbeschaffenheit auch die Haut angreifen kann, sollte diese nach dem Entfernen der Packung gepflegt werden. Dafür empfehle ich Hirschtalgcrème der Firma Rohde. Das hervorragende Naturprodukt ist von der Konsistenz her eher eine Salbe, die stark fettet und deshalb auch gut schützt. Aber auch andere gute Hautcrèmen, vor allem mit Ringelblumen- Arnika- oder Kamillenwirkstoffen, eignet sich bestens dafür.
Neben Essig kann auch eine frische Zitrone verwendet werden. Davon reibt man den Saft ein oder bereitet eine "Schnellpackung" ohne weitere Hilfsmittel: Zitrone halbieren, ein bisschen Saft ausdrücken und aus dem noch saftigen Rest ein passendes Stück herausschneiden und mit Klebband (Malerabdeckband) auf der Haut befestigen. Auch rauhe Ellbogen verschwinden so fast schneller, als sie entstanden sind.
Ein warmes Bad hat einen ähnlichen Effekt, wirkt aber grossflächiger. Danach ist die Hornhaut aufgeweicht und kann bearbeitet beziehungsweise entfernt werden. Seien Sie aber vorsichtig im Umgang mit Werkzeugen wie Hornhauthobel oder -Raspeln, die Verletzungsgefahr für die Haut ist bei zu gut gemeinter Anwendung oft grösser als der Nutzen. Besser wenig Hornhaut abnehmen und tags darauf spüren, ob ein beschwerdefreies Gehen möglich ist. Nach frühestens zehn Tagen, besser aber erst nach 3 Wochen wiederholen. Wenn der Fuss beim Gehen brennt, war's zuviel des Guten: Salben Sie die betroffenen Areale mit einer guten Pflegecrème (z.B: Kamillosan) ein.
Ein Mangel an Harnstoff in der Haut führt zu Trockenheit. Die einfachste Methode, Harnstoff in die Haut zu bringen, ist ein Teilbad oder eine Packung mit dem eigenen frischen Morgen-Urin. Kostenlos, praktisch, einfach, frisch aus warmer Quelle... Herz, was willst du noch mehr? Urin enthält ca. 3% Harnstoff, wirkt entzündungshemmend und pflegt die Haut. 5 bis 10 Minuten anwenden. Nachher am besten in der Luft trocknen lassen. Abwaschen nur, wenn es unbedingt nötig ist.
Es soll Leute geben, die sich nur schon am Namen ekeln. Deshalb wird Harnstoff im Kosmetik- und Pflegebereich oft Urea genannt (Lateinisch ausgesprochen schmeckt die Pisse halt schon sehr viel besser...)
Ihr Drogenhändler hält auch harnstoffhaltige Crèmes und Salben bereit. Achten Sie auf einen genügend grossen Harnstoffanteil von 5 bis 20%. In einer guten Drogerie oder Apotheke kann man Harnstoff auch als weisses Pulver kaufen. Es ist recht preiswert. Das kristalline, geruchlose Pulver löst sich leicht in Wasser auf.
In der Praxis verwende ich gerne Kérasal-Salbe der Firma Spirig Pharma. Sie hat eine gelartige Konstistez, enthält 60% Fett, 10% Harnstoff und 5% Salicylsäure (früher aus Weidenrinde gewonnen), beides Stoffe, die eine hervorragende Wirkung auf verhornte Füsse haben.
Trockene oder spröde Haut wird wieder elastisch und geschmeidig, wenn sie ein paar Stunden mit Honig eingerieben bleibt. Damit man nicht völlig bewegungsunfähig wird, kann man die Honigfüsse in einen Plastiksack stecken und so sogar weite Schuhe benutzen.
In leichteren Fällen gibt es im Handel auch spezielle Fusspeelingcremes, die lästige Hautschuppen entfernen und die Haut glatt und geschmeidig machen.

 

Hühneraugen

Hühneraugen sind zapfenförmig nach innen wachsende Verdickungen der Hornhaut. Durch den Druck, den sie auf den darunterliegenden Knochen ausüben, sind sie oft sehr schmerzhaft. Sie treten meist an den Zehen oder über den Zehengelenken auf. Hühneraugen werden manchmal auch mit Warzen verwechselt.

zerquetschte Hauswurzblätter oder aufgeschnittene Blätter der Aloe vera auflegen.
Eine frische Knoblauchzehe mit der Presse zerquetschen oder ganz fein schneiden und mit dem Messerrücken saftig drücken. Auf das Hühnerauge auftragen und mit einer Gazebinde oder einem Heftpflaster fixieren. Die Auflage bleibt über Nacht auf dem Hühnerauge, dann wird die Auflage erneuert. Mindestens 2 Wochen lang anwenden!
Ein Stück Bananenschale (weisse Seite auf die Haut) oder eine Zwiebelscheibe mit etwas Zitronensaft und Kochsalz beträufeln und auf das Hühnerauge binden, bis sich der Kern der Hornhaut löst. Dann ein heisses Fussbad nehmen.
Warme Auflagen mit Käslikraut (Malve; lat. Malva silvestris) wirkt entzündungswidrig und erweichend. Danach vorsichtig - langsam, über Wochen hinweg - Schicht für Schicht entfernen, wie oben bei der Hornhaut beschrieben.
Über Nacht geschabte Kernseife auf die Schwellung legen, mit einem Pflaster befestigen. Am nächsten Morgen ein warmes Seifen-Fussbad nehmen (ca. 15 Minuten). Das Hühnerauge sollte sich anschliessend leicht herausnehmen lassen.
mit Weidenrinde-Tinktur (täglich 1- bis 2-mal mit einem befeuchteten Wattestäbchen betupfen.), Aspirinpaste (siehe oben, bei Hornhaut) oder Hühneraugenpflastern aus der Apotheke behandeln. Wirksam ist hier die Salizylsäure, die die Hornschichten des Hühnerauges auflöst und abschält. Es ist ratsam, vor dem aufpinseln der Tinktur die gesunde Haut rund um das Hühnerauge mit einer Fettsalbe abzudecken.
Urinkompresse (eigener Mittelstrahl-Morgenurin) oder eine dermatologische Harnstoffcrème mit einem Harnstoffanteil von 5 bis 10% aus der Apotheke. Regelmässig über Wochen anwenden.
Verwendung von Druckschutzpolstern, um weitere Reibung zu verhindern und Schmerzen zu verringern. Es gibt spezielle Pflaster auf dem Markt, die rundherum einige Millimeter auftragen, in der Mitte aber ein Loch aufweisen.
Hartnäckige Hühneraugen von einer medizinischen Fusspflegerin entfernen lassen. Besonders Diabetikern und Patienten mit Arteriosklerose wird empfohlen, bei der Fusspflege professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

 

Warzen

Warzen entstehen durch Viren, die in der Haut sitzen und haben nichts mit unsauber oder ungepflegt zu tun! Sie können jeden befallen , vor allem in öffentlichen Bädern.

Wenn Frischpflanzen im Garten vorhanden sind: Warzen mit dem frischen Saft des Schöllkrauts oder der Ringelblume (Stängel als «Tupfer» verwenden) 2 mal täglich während 2 bis 4 Wochen abtupfen.
Ein Stück Blatt der Hauswurz oder der echten Aloe vera aufschneiden und auflegen. Auch die Urtinkturen von Schöllkraut oder Ringelblume (Drogerie) helfen. Mit einem Wattestäbchen abtupfen oder ein mehrfach gefaltetes Stück Gaze mit der Tinktur tränken und mit einem Pflaster auf der Warze befestigen.)
Auflegen einer Scheibe frischen Knoblauchs, einem Stückchen einer rohen Kartoffel, einem Stück Bananenschale (Innenseite auf die Warze), Zwiebelscheiben oder Sauerampferblättern: Mit einem rundum schliessenden Heftpflaster auf der Warze befestigen. Anwendung täglich (gut über Nacht). Nach 2 bis 4 Wochen lassen sich die schwarzen Punkte mit einer Pinzette entfernen. Dann stirbt die Warze ab. Dazwischen Fussbäder, nach denen sich die aufgeweichte Haut abtragen lässt.
Während mindestens 3 Wochen mehrmals täglich mit dem Morgenurin bepinseln oder über Nacht Auflage mit dem Morgenurin. (Weitere Anwendungen mit 'Eau de vie' finden Sie hier.)
Abtupfen mit den unverdünnten ätherischen Öl der Zitrone oder des Teebaums.
Eine rote Wegschnecke über die Warze kriechen lassen. Den Schleim nicht entfernen; er bewirkt eine Ablösung der Warze. Igitt? Musst sie ja nicht essen...
Es gibt Berichte, die die Anwendung von Thuja-Tinktur (Thuja collodium) besonders für die Entfernung von Dornwarzen erwähnen. Vorsicht! Thuja-Tinktur ist ein starkes Zellgift und deshalb nicht im Handel erhältlich. Wenn überhaupt, darf Thuja nur vom Arzt oder Heilpraktiker angewendet werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass benachbartes Gewebe vor der Anwendung sorgfältig mit einer dicken Schicht Fettsalbe abgedeckt wird! Ich rate ausdrücklich von der Anwendung von Thuja-Tinktur ab! Wenden Sie stattdessen eine der ober beschriebenen Methoden an. Sie wirken, ohne zu schaden.

 

Nagelbettentzündungen

Eine warme Auflage mit Käslikraut (Malve; lat. Malva silvestris) hat wundheilende und entzündungshemmende Wirkung.
Finger- oder Fussbäder mit Kamille oder Ringelblume.
Einen feuchten Kamillenteebeutel als Kompresse auflegen. Man kann sich einen Tee zubereiten, diesen trinken oder als Bad benutzen und dann über Nacht oder am Abend vor der Glotze mit dem Beutel eine Auflage machen.
3x täglich ein Fluid mit Wirkstoffen von entzündungshemmenden und hautregenerierenden Pflanzen aufpinseln. Als Pflanzen eignen sich z.B. Kamille, Lavendel, und vor allem die Ringelblume, die hervorragende wundheilende Eigenschaften hat. Ein Fluid ist eine mit Wasser verdünnte Tinktur, die einen Alkoholgehalt von weniger als 20% aufweist. Man kann aber auch ätherisches Öl mit Wasser vermischen, braucht dazu aber einen Emulgator, zum Beispiel LV41 aus dem Kosmetikzubehör-Fachhandel.
Thymian wirkt antimykotisch, antiseptisch, durchblutungsfördernd. Anwenden als Fluid oder ätherisches Öl, verdünnt mit fettem Öl.
Aloe Vera oder Hauswurz (wenn möglich die Frischpflanze) auflegen.
Gegen alte, schlecht heilende Wunden und ganz besonders bei Nagelbettentzündung, hilft eine Honig-Meerrettich-Salbe: 9 Teile Honig + 1 Teil fein zerriebener Meerrettich oder frisch gepresster Meerrettichsaft. Für die Herstellung des Meerrettichsafts eignet eine «Ingwerreibe» aus Porzellan oder eine sehr feine Raffel. Das Mus kann direkt in den Honig gerührt werden, man kann es aber auch durch ein Sieb abdrücken und nur den Saft zum Honig geben.

 

Fusspilz (Mykosen)

Pilzbefallene Regionen niemals mit Seife reinigen! Pilze lieben Seife!
Bewegen Sie die Füsse öfters auf natürlichen Untergründen ausser Haus. Jeden Tag ein Barfuss-Spaziergang - und sei es nur im eigenen Garten - kann Wunder wirken. Neben der frischen Luft wird auch die Fussmuskulatur gestärkt und die Durchblutung gefördert, beides Massnahmen, die Mykosen verhindern helfen.
Betroffene Areale täglich mit Morgenurin betupfen. Zwischen den Zehen ein Stück mit Urin getränkte Watte tragen. Besser noch: ein Fussbad mit dem Morgenurin; danach möglichst lange nicht abwaschen oder abtrocknen.
Betroffene Areale täglich 2 mal mit dem ätherischen Öl des Teebaums (Melaleuca alternifolia) betupfen. Dazu am besten ein Wattestäbchen benutzen. Nicht mehr als 2 Tropfen pro Wattestäbchen verwenden und für jede infizierte Stelle ein neues Stäbchen benutzen!
Betroffene Areale täglich mit purem Apfelessig betupfen oder den ganzen Fuss mit verdünntem Essigwasser (10 bis 20% Essig) waschen.
Für ein Fussbad mit Apfelessig verwendet man nur etwa 5% Essig und badet ungefähr 15 Minuten nur die Bereiche, die von der Mykose betroffen sind.
Pinseln mit Schachtelhalm- und Propolistinktur (Wenn es brennt, die Urtinktur mit Wasser verdünnen). Mit Ringelblumencrème nachbehandeln.
Während längerer Zeit über Nacht einen mit Molkenkonzentrat (z.B. Molkosan der Firma Bioforce) oder Spilanthes-Urtinktur (Parakresse) getränkten Wattebausch auflegen und mit einer Binde sichern. Am besten Molke und Spilanthes täglich wechselweise anwenden.
Heilerde mit wenig Wasser zu einem Brei anrühren. Den Brei auf die betroffenen Hautstellen streichen und gegebenenfalls mit einer Gazebinde sichern. Belassen, bis die Paste trocken ist; erst danach entfernen und abwaschen.
Knoblauch als Brei (mit einer Knoblauchpresse auspressen) oder als etwa 1mm dicke Scheibe auflegen. Nach 10 bis 20 Minuten entfernen, aber nicht sofort abwaschen. Die Auflagedauer kann je nach Verträglichkeit mit der Zeit gesteigert werden.
Beachten Sie auch die Tipps im Abschnitt Fussschweiss auf dieser Seite. Insbesondere die «Fussbekleidung» ist auch bei Mykosen zu beachten.

 

Nagelpilz

Der Nagelpilz ist eine extrem hartnäckige Infektionskrankheit. Natürliche Behandlungsmethoden sind sehr zeitaufwändig. Sie müssen über lange Zeit regelmässig und konsequent angewendet werden, wenn sie wirklich Erfolg bringen sollen. Der Arzt wird im Normalfall mit ziemlich aggressiven Medikamenten äusserlich und zur Unterstützung auch innerlich behandeln.

Viele Schulmediziner bezeichnen eine Nagelmykose zwar als triviales medizinisches Problem mit vornehmlich kosmetischen Folgen. Problematisch kann eine Nagelpilzerkrankung allenfalls bei Diabetikern und Patienten mit einer Immunschwäche sein.

Die meisten Ärzte werden aber auch Patienten, die nicht dieser Risikogruppe angehören, mit Medikamenten wie Itraconazol oder Terbinafin behandeln. In diesen Fällen - also wenn man nicht einer Risikogruppe angehört - sollte man sich gut überlegen, ob eine medikamentöse Therapie sinnvoll ist. Solch tiefgreifende Eingriffe sind medizinisch nicht immer ganz unproblematisch und darüber hinaus auch noch recht teuer. Eine Kur über 3 Monate kostet je nach Medikament 400 bis 500 Franken plus Arztkosten.

Und... trotz marktwirtschaftlich geeichtem und wissenschaftlich abgesegneten Vorurteil: Es geht auch anders, Herr Doktor! Gewisse Ärzte sind mit ihren Meinungen - besonders was naturheilkundliche Behandlungsmethoden angeht - hartnäckiger als manch eine Nagelmykose. Naturheilkundliche Behandlungsmethoden sind vielleicht nicht die schnellsten und bequemsten, aber mit Sicherheit die verträglichsten und preiswertesten, die Sie zudem auch noch selbst anwenden können. Folgende Bilder dokumentieren den Erfolg von Fussbädern, ätherischen Ölen und Bienenprodukten:

manuell
gereinigt
nach 30
Tagen
nach 100
Tagen
nach 360
Tagen

manuell
gereinigt
nach 90
Tagen

 

Obige Bilder gehören zu einem 50jährigen Mann, der bei Arbeitsunfällen kurz hintereinander die Nägel beiden Grosszehen verloren hat. Über ein Jahr später holte er sich in der Irchelpraxis Rat. Ich sagte ihm, dass ich zwar Hilfestellungen geben, aber die Nagelmykosen nicht wegmachen könne, weil dies ein länger dauernder Prozess sei, den er als Patient durchzuführen habe. Den Heilerfolg hat sich der Patient ausschliesslich mit den hier beschriebenen Methoden selbst verschafft.

Was auch Sie aus naturheilkundlicher Sicht tun können:

Alle Anwendungen wie bei "Fusspilz" beschrieben, besonders die Anwendung von Molkosan oder Morgenurin kann Linderung bringen. Auch Teebaumöl und Propolis wirken stark antibakteriell.
Man räumt nach einem Fussbad (ca. 30 Minuten) vorsichtig mit stumpfen(!) Zahnstochern oder Stricknadeln das zersetzte Nagelmaterial unter dem Nagel aus und schneidet ihn soweit wie möglich zurück. Nochmals gut waschen (Bereiche unter dem Nagel mit dem Wasserstrahl einer Einwegspritze ohne Nadel freispritzen).
Zum Schutz der Haut um das Nagelbett herum wird eine Ringelblumen- oder Arnikasalbe (Salbe mit hohem Fettanteil, keine Crème) relativ dick (1/2mm) aufgetragen.
Danach können 1 bis 2 Tropfen unverdünnte ätherische Öle von Teebaum, Thymian oder Lavendel oder mehrere Tropfen Tinkturen von Beinwell-, Cistrosen- oder Propolis mit der Pipette, einem Zahnstocher oder einem Wattestäbchen aufgebracht werden.
heisse Auflage mit Eichenrinde, Heublumen, Käslikraut, Bockshornklee. Einen ähnlichen Effekt wie mit Eichenrinde erhält man durch das Auflegen eines Schwarztee-Beutels, mit dem man sich soeben einen Tee gemacht hat. Es geht dabei um den Gerbstoff, der zusammenziehend wirkt.
Die Füsse öfters baden (am besten Wechselbäder nach Kneipp, sie fördern die Durchblutung), gut abtrocknen und mit Bienenprodukten wie Honig oder Propolis, oder einer guten Crème oder Salbe mit Ringelblumen oder Kamille pflegen.
Teekur, Fuss- oder Zehenbad mit Schachtelhalm wie bei "Nagelpflege" beschrieben.
Hautpflege: mit Sonnenhuthonig: 1 Teelöffel Honig mit 20 bis 30 Tropfen Tinktur der Echinacea purpurea vermischen, auftragen und mit einer Gazebinde sichern.

 

Nagelpflege

Schachtelhalm-Tee:1 Teelöffel Schachtelhalm in 3 dl kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und vor dem Absieben mindestens 20 Minuten zugedeckt stehen lassen. Kombiniert mit Lapacho-Rinde und einem Löffel Honig ist er recht angenehm zum trinken. Über mindestens 2 Monate jeweils Morgens und Abends je eine Tasse trinken.
Schachtelhalm-Fuss- oder Handbad: 1 Esslöffel Schachtelhalm in 3 dl kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und mindestens 20 Minuten knapp vor dem Siedepunkt halten. Abkühlen lassen, absieben und sobald die Temperatur erträglich ist, die Nägel 10 bis 15 Minuten darin baden. Danach NICHT abtrocknen; an der Luft trocknen lassen oder höchstens leicht abtupfen.
Die Nägel 10 Minuten in (im Wasserbad leicht erwärmtem) Olivenöl baden oder sie intensiv damit einreiben. Danach über Nacht eine Olivenöl-Packung aufbringen.
Alle äusserlichen Öl-Anwendungen für die Pflege von Haut, Haaren und Nägel können statt mit Olivenöl auch mit Rizinus-Öl gemacht werden. Rizinus-Öl ist generell eines der besten Pflege- Öle.
Schneiden Sie die Nägel regelmässig, aber nicht zu kurz. Vor allem der seitliche Rand sollte nicht zu stark zurück- oder rundgeschnitten werden, um der Gefahr des Einwachsens vorzubeugen.