Traditionelle Zubereitungen
Frischpflanzensäfte
Eine Frühlingskur mit dem frisch gepressten Saft aus Brennnesseln, Löwenzahn und vielen anderen Pflanzen dient der Stärkung und der allgemeinen Gesunderhaltung. Im frisch ausgepressten Saft steckt die ganze Kraft der Vitalstoffe der Pflanze.
Eine Frischsaftkur reinigt das Blut, regt Blase und Nieren an, fördert die Tätigkeit von Magen, Darm und Verdauungsdrüsen. Sie wirkt stoffwechselanregend, abwehrstärkend, antirheumatisch und durch die Vielfalt der Pflanzenhormone allgemein revitalisierend. Der Körper erhält wichtige Mineralien und Vitamine. Ein grosser Teil der Wirkung einer Frischsaft-Kur beruht auf dem Chlorophyllreichtum der Brennnessel, die in keinem Saft fehlen sollte.
Im Prinzip kann dazu auch jedes andere grüne, spriessende Blatt verwendet werden, sofern es nicht giftig ist. Erscheinungsbild und Wirkstoffkonzentration der Pflanzen sind je nach Wuchsort unterschiedlich. Eine gute Basis sind Brennnessel und Löwenzahn, die immer den Hauptanteil ausmachen sollten. Wenn möglich, sind die Pflanzen jeden Tag frisch zu sammeln. Wenn die Kräuter zu Hause gleich mit frischem Wasser bestäubt werden, halten sie sich zur Not 2 bis 3 Tage im Kühlschrank.
Herstellung
Für die Entsaftung am besten geeignet ist ein sogenannter Walzenentsafter. Persönlich kann ich das Gerät Green Star empfehlen. Durch die extrem langsame Drehzahl von nur etwa 110 Umdrehungen pro Minute kann sich das Pressgut praktisch nicht erwärmen. Es wird durch Edelstahl-Zwillingspresskolben, eine spezielle Art von Zahnrädern, bis auf 0.1mm gequetscht und durch Schraubenkolben gepresst, bis hinten nur noch sägemehlartiger Träsch herauskommt.
Ein solches Gerät ist relativ teuer (500 bis 1000 Franken). Die Anschaffung lohnt sich aber, wenn es unter dem Jahr auch für die Herstellung von Frischsaft aus Früchten oder Gemüsen oder mit Zusätzen für die Back- und Teigwarenerzeugung verwendet wird. Man kann natürlich mit dem frisch gepressten Saft auch HAB-Tinkturen herstellen.
Zur Not kann man die Pflanzen auch zerschneiden - wichtig wegen den Pflanzenfasern - eventuell einige Stunden in wenig Wasser einweichen und danach mit einer Presse oder einem normalen Zentrifugalentsafter für den Haushalt (Kosten 50 bis 100 sFr.) auspressen oder entsaften.
Der Saft muss immer frisch hergestellt werden. Er darf nicht länger als einen Tag aufbewahrt werden, da er sich sehr schnell zersetzt und ungeniessbar wird. Wer selber keine Pflanzenstandorte kennt, beim Sammeln unsicher ist oder die Arbeit nicht auf sich nehmen will, kann den Saft auch im Reformhaus kaufen.
Dosierung
Mit den Rohsäften muss man sehr vorsichtig umgehen, da sie hochkonzentrierte Pflanzenwirk- und Nährstoffe enthalten. Man beginnt mit der Einnahme von 2 oder 3 Esslöffeln pro Tag. Direkt ab der Presse ist der frische Saft weit davon entfernt, ein echter Genuss zu sein. Am besten verdünnt man ihn mit Buttermilch oder sonst einem natürlichen Getränk.
Die Dosis kann jeden oder jeden 2. Tag um einen Esslöffel erhöht werden. Es ist ratsam, die Reaktionen am Körper (Verändertes Stuhlverhalten, Hautausschläge, Wohlbefinden...) genau zu beobachten und nie über 8 Esslöffel (das ist fast 1dl reiner Presssaft) pro Tag zu dosieren, auch wenn einzelne Publikationen höhere Dosen vorsehen! Nach dem Maximum reduziert man die Dosis wieder jeden oder jeden 2. Tag um einen Esslöffel.
Es kann bei einer Kur zu Symptomen wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen kommen, wie wir sie auch beim Fasten kennen, aber auch zu Durchfällen und Hautausschlägen. Solche Symptome weisen auf eine Überdosierung oder Unverträglichkeit hin. In diesen Fällen sollte die Saftmenge reduziert oder zumindest nicht mehr gesteigert werden.
Eine Frischpflanzen-Saftkur dauert mindestens 3 Wochen, in abgeschwächter Form maximal 6 Wochen. Der Saft kann zwischendurch auch durch Tee ersetzt werden: 1 bis 2 Esslöffel Saft entspricht etwa einer Tasse (2dl) Tee.
