Fasten für Körper und Seele
Lieber gesund fasten als krank leiden
Berichte über persönliche Fasten-Erfahrungen findet man im Internet jede Menge. Es ist erstaunlich, wie weit der Begriff Fasten aufgefasst werden kann. Während man einen Verzicht auf gewisse Nahrungs- oder Suchtmittel durchaus als eine Art Fasten bezeichnen kann, gehören Entgleisungen wie «Pommes Mayo, aber sehr gut gekaut» eindeutig nicht zum Thema.
Ich bin nicht der Meinung, dass meine Erfahrungen besser oder kompetenter sind, sie basieren aber im Kontext zu meinen übrigen Seiten auf einem naturheilkundlichen Hintergrund und sind kein nachgeplappertes Allgemein'wissen', sondern Erfahrungen aus erster Hand.
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Einführung und Begriffsdefinition
Fasten für Gesunde, um das es hier in erster Linie geht, eignet sich für Personen, die sich im Rahmen der Gesundheitsvorsorge eine körperliche oder seelische Ruhezeit gönnen möchten. Das kann vom kompletten Nahrungsverzicht bis zum Weglassen von bestimmten Genussmitteln gehen.
Für die erste Fastenerfahrung ist ein Fastenkurs sehr empfehlenswert. Zusammen mit Gleichgesinnten bekommen die Teilnehmenden Informationen von kompetenter Seite und können die eigenen Erfahrungen im geschützten Rahmen verarbeiten. Fastenkurse finden in Hotels, Pensionen oder spezialisierten Häusern statt. Dabei werden unterschiedliche Zusatzprogramme angeboten: Gesprächsrunden, Vorträge, Meditationen, Körperübungen, Massagen, Wandern, Ausflüge und so weiter. In einem guten Fastenkurs steht körperlich wie geistig genügend Bewegung an der Tagesordnung. In Fastenkursen haben erfahrene Fastenleiter die fachliche Leitung, eine ständige ärztliche Betreuung wird aber nicht angeboten. Gute Fastenkurse bietet in der Schweiz das Essenz-Institut von Judith Wettstein an.
Erfahrene Personen werden zu Hause fasten und sich dafür idealerweise ein paar Tage Urlaub gönnen. Gesunde erwachsene Personen können problemlos bis zu 14 Tage fasten, wenn sie auf genügende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen achten. Kürzer als 5 Tage sollte keine ernsthafte Voll-Fastenperiode sein, diese Zeit braucht der Organismus mindestens, um sich wirklich umzustellen.
Heilfasten dient konkret der Heilung einer Krankheit oder als vorbeugende Massnahme bei bestehendem Risiko einer Erkrankung. Heilfasten wird in der Regel unter direkter ärztlicher Aufsicht, meist in speziellen Fastenkliniken, durchgeführt. Heilfasten dauert meistens 14 - 21 Tage, in einzelnen Fällen sogar noch länger.
Daneben gibt es natürlich noch viele weitere Methoden und Beweggründe, zu fasten, um Körper und Psyche zur Einkehr einzuladen. Neben dem mehr oder weniger strengen Fasten aus persönlichen, kulturellen oder religiösen Gründen gibt es auch viele Leute, die in einer abgeschwächten Form des Fastens über einen bestimmten Zeitraum.
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bewusst auf gewisse Nahrungsmittel verzichten. Das kann auch sinnvoll für eine Allergieabklärung sein. |
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ab und zu eine Korn-, Gemüse- oder Saftwoche einschalten |
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auf bestimmte Sucht- oder Genussmittel verzichten |
Obwohl mit Fasten teilweise beträchtliches Gewicht abgebaut werden kann, eignet sich die Methode nicht als "Diät" für Übergewichtige. Wenn dennoch für viele Leute der Aspekt des Abnehmens im Vordergrund steht, dann darum, weil Fasten der ideale Einstieg in eine eventuelle Ernährungsumstellung sein kann. Allein die intensive gedankliche Beschäftigung mit dem Thema Ernährung und Gesundheit kann Anstösse zum Umdenken geben.
Geschichtlicher Rückblick
Fasten ist das älteste und in der Natur am meisten verbreitete Heilmittel. Kranke Tiere tun instinktiv das Richtige - sie lehnen Nahrung ab und fressen tagelang nichts. Jeder Mensch kennt die Appetitlosigkeit bei einer Grippe oder bei Fieber. Der Organismus reduziert die Nahrungsaufnahme, um alle Energie zur Überwindung der Krankheit einsetzen zu können, denn allein für den Verdauungsprozess braucht der Körper bis zu 35% seiner Energie.
Fasten zur Behandlung von Krankheiten oder vorbeugend zur Gesundheitserhaltung ist in der Medizin bereits seit der Zeit der alten Ägypter und Hippokrates bekannt und wurde häufig angewendet. Im Auf und Ab der Zeiten, berühmter Ärzte und deren Heilverfahren wurde auch das Fasten einmal mehr und einmal weniger propagiert. Nachdem diese Methoden für mehrere Jahrhunderte in Vergessenheit geraten waren, wurde das Interesse an der 'Fasten-Therapie' erst ab der Renaissance wieder entdeckt.
Der berühmte Arzt, Mystiker und Philosoph Paracelsus (1493 bis 1541) verordnete Fasten bei allen möglichen Leiden. Besonders verbreitet war die Methode wegen ihrer Günstigkeit in den unteren Bevölkerungsschichten. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden in Europa, Russland und Amerika mehrere Studien über die Wirkung des Fastens veröffentlicht und mehrere Fastenkliniken eröffnet. Besonders umfassend sind die Arbeiten des russischen Professors Paschutin (1845-1901), der als erster die physiologischen Wirkungen des Fastens untersuchte und aus wissenschaftlicher Sicht den Nutzen des Fastens für den Organismus begründete. In der selben Zeit wurden mehrere Fastenkliniken eröffnet. Dr. Dewey (1840-1904) in Amerika, Dr. Mayr (1875-1965) und Dr. Buchinger (1878-1966) in Deutschland machten das Fasten in ihren Heimatländern populär. Sie verschafften dem Heilfasten als einer Methode der Ganzheitsmedizin unter ärztlichen Kollegen Anerkennung.
Viele Naturheilverfahren wie Fasten erscheinen aber als Therapie zu altmodisch, da die neuen chemisch hergestellten Medikamente und die moderne Apparatemedizin die traditionellen Methoden vollständig ersetzen sollten. Diese Denkweise wird durch wirtschaftliche und politische Machtinteressen definiert, die die althergebrachten natürlichen Heilmethoden praktisch in den "Untergrund" verdrängen. Alternative Behandlungsmethoden werden als unseriös oder unwirksam bezeichnet und bestenfalls als 'Volksmedizin' gelten gelassen. Es werden kaum weitere Forschungen durchgeführt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil 'natürlich' das viele Geld fehlt, das eine aufwändige Erforschung einer Heilmethode heutzutage kostet.
Welches Unternehmen setzt denn schon Geld in eine Branche, in der fast nichts zu verkaufen ist? Fastende erleben mitunter Genüsse, die nirgends gekauft werden können. Beim Fasten wird genüsslich erlebt, nicht in erster Linie konsumiert. Fastende haben zuwenig Ansprüche auf Konsumgüter und medizinische Leistungen, damit kann kein Geld gemacht werden.
Gegensteuer könnte ein wachsendes Bewusstsein erwirken, dass gerade das Heilfasten eine der kostengünstigsten und umfassendsten Behandlungsmethoden ist. Dazu ist aber ein ganzheitlicher Blick nötig, der heute leider vielen 'Verantwortlichen' im Gesundheitswesen völlig abgeht. Ein Umdenken im grossen Stil wird nicht stattfinden, weil die zerstörenden Drogen Geld und Macht unsere Gesellschaft auch in diesem Bereich schon zu stark vergiftet haben.
Dank des grossartigen Schaffens naturnah praktizierender Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten sind heute die Verfahren gut dokumentiert und es existiert ein grosses Angebot an entsprechender Literatur. Fastenwilligen stehen viele Möglichkeiten offen, sich ein eigenes Bild der wohltuenden Heilwirkung auf Körper und Geist zu machen.
Nebst dem Fasten für Gesunde in Gruppen mit Wandern, Meditation, Yoga usw. gibt es auch immer mehr Ärzte und Heilpraktiker, die Fasten als Therapie bei den verschiedensten Krankheiten anwenden.
Fasten oder hungern ?
Nicht wenige Menschen würden gerne fasten, sei es, um den Organismus zu entgiften oder auch um das Gewicht zu reduzieren und damit den Körper zu entlasten, aber sie haben Angst, weil sie Fasten mit Hungern gleichsetzen. Fasten ist jedoch nicht Hungern, dies sind zwei ganz verschiedene Dinge. Das wird jeder erfahrene Fastende bestätigen. Während Hungern ja bekanntlich sehr unangenehm ist, macht Fasten sogar Spass. Es ist immer wieder ein Erlebnis, zu spüren, wie Körper und Geist von Tag zu Tag freier und frischer werden. Die Veränderungen sind nicht nur im Gefühl vorhanden, es ist auch wirklich zu sehen, wie sich das Gesicht eines Fastenden klärt und mit der Zeit die eigenen feinen und individuellen charakterlichen Züge verstärkt erscheinen.
Die Angst vor dem Fasten ist zwar verständlich, doch sie ist ein Phänomen, das vor allem bei Personen auftritt, die zwar schon davon gehört, aber noch keine eigenen Erfahrungen damit gemacht haben. Bei Unsicherheiten helfen am besten Informationen aus erster Hand von Personen, die schon gefastet haben oder von aufgeschlossenen Fachleuten. Mittlerweile gibt es auch viele gute Bücher zum Thema.
«Entgiftung» und «Ernährung»: Die Wirkung des Fastens
Ohne von aussen zugeführte Energie in Form von Nahrung muss der Organismus auf innere Ressourcen zugreifen. Es ist im Organismus vorprogrammiert, dass in einem Notfall die Funktion lebenswichtiger Organe auf Kosten anderer Körperbezirke aufrechterhalten werden. So wird während dem Fasten Gesundes und Lebensnotwendiges so lange wie möglich geschont und zuerst das Überflüssige und Krankhafte abgebaut.
Durch den Bindegewebe- und Fettabbau werden auch dort abgelagerte Stoffwechselendprodukte und exogene Gifte befreit und gelangen in den Blutkreislauf. Sie sind nach ihrem chemischen Verhalten entweder wasser- oder fettlöslich und werden entweder über die Niere oder über Leber-Galle-Darm ausgeschieden. Unter anderem deshalb sind viel Trinken und regelmässige Darmreinigung ein absolutes Muss beim Fasten.
Während des Fastens mobilisiert der Organismus vermehrt Säure, die durch die Nieren ausgeschieden wird. Diese Säureentlastung ist sehr wichtig, da eine Überlastung des Organismus mit Säuren (ungesunde Ernährung!) eine wichtige Ursache für die Entstehung verschiedenster Krankheiten darstellt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, auf eine gute Fastenernährung zu achten. Das heisst, während des Fastens genügend Flüssigkeit in Form von Wasser, Kräutertees (Heilpflanzen) und verdünnten Frucht- und Gemüsesäften (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) zu sich zu nehmen.
Der spirituelle Aspekt
Nicht nur der Organismus entledigt sich beim Fasten aller überflüssigen und krankmachenden Stoffe, auch die Seele wirft Ballast ab. Sehr oft werden in der Fastenzeit wichtige Entscheidungen in persönlichen Angelegenheiten getroffen, die schon lange aufgeschoben oder verdrängt wurden. Viele ausgewiesene Fachleute wissen um die heilsame und segensreiche Wirkung des Fastens, nicht nur bei ernährungsbedingten, sondern auch bei lebensbedingten Krankheiten.
Gerade in unserer heutigen, mit Reizen überfluteten Zeit ist es wichtig, der Seele und dem Geist eine Pause zu gönnen und in Abgeschiedenheit die Gedanken zu klären, um einen neuen Weg zu finden. Es ist ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt des Fastens, Impulse zu setzen zur Umorientierung von Lebensgewohnheiten. Ein freiwilliger Nahrungsverzicht ist ein Verlassen der gewohnten Geleise und fördert die Eigeninitiative zu bewusstem und gesünderem Leben.
Richtiges Fasten - ein wirksames Heilmittel
Fasten ist ein freiwilliger Nahrungsverzicht und sollte fachkundig durchgeführt werden, damit die positiven Erfahrungen nicht durch Fastenfehler beeinträchtigt werden. Vor allem Personen, die sich zum ersten Mal in das 'Abenteuer Fasten' begeben möchten, sind begleitete Fastenkurse sehr zu empfehlen.
Falsche Ratschläge hinsichtlich des Fastens, gerade auch von ärztlicher Seite aus Unwissenheit, sind leider keine Seltenheit. Denn kaum ein Arzt hat sich während des Studiums noch danach eingehend mit der Fastenphysiologie befasst. Sehr oft werden auftretende Beschwerden falsch verstanden und als gefährliche Auswirkungen des Fastens gesehen und folglich mit verordnetem Fastenbrechen (Beenden des Fastens) beantwortet. Dass diese Reaktion falsch ist, wird klar, wenn man sich vor Augen hält, welch tief greifende Umstellung der Körper in den ersten Tagen des Fastens durchläuft. Wie er darauf reagiert, können nur medizinisch ausgebildete und selbst fastenerfahrene (das ist sehr wichtig!) Fachleute beurteilen.
In der Regel wird das Fasten durch zwei bis drei Übergangstage mit schonender, kalorienreduzierter Kost eingeleitet. Sobald keine Nahrung mehr zugeführt wird, muss der Darm entleert werden. Dies wird zu Beginn oft mit Bitter- oder Glaubersalz durchgeführt. Danach sollte jeden zweiten oder dritten Tag ein Einlauf erfolgen, gegebenenfalls kombiniert mit der Einnahme von Sauerkrautsaft. Werden diese Massnahmen richtig befolgt und dem Körper genügend Flüssigkeit und Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt, sollten sich keinerlei Beschwerden oder Probleme ergeben. Wenn man alleine fastet, ist es trotzdem ratsam, schon vor dem Fasten geeignete Personen zu kennen, die einem gegebenenfalls mit Rat zur Seite stehen können.
Gegen typische Fastenbeschwerden wie Schlafstörungen, Frieren oder Blutdruckschwankungen werden verschiedene Verfahren der physikalischen Therapie empfohlen. (Hydro-, Thermo- oder Bewegungs-Therapie, Bäder, Kneipp'sche Anwendungen, Heilpflanzenwickel...)
Bei sogenannten Fastenkrisen, die sich in Form von Schwermut, Reizbarkeit oder einem starken Krankheitsgefühl äussern können, lindern Einläufe und vermehrtes Trinken die Beschwerden. Bei schlechtem Geschmack im Mund kann das bürsten der Zunge oder auch das Kauen einer Zitronenscheibe helfen.
Das Beenden der Fastenperiode
Fasten kann jeder
aber nur ein Weiser
kann das Fasten richtig brechen
Die Gestaltung der Nachfastenzeit ist oft schwieriger als das Fasten selbst und bedarf der gedanklichen und praktischen Vorbereitung schon während des Fastens. Der Körper kann sich viel langsamer auf den Beginn des Essens einstellen, als auf das Ausbleiben von Essen. Während des Fastens ist die Produktion von Verdauungssäften deutlich reduziert oder eingestellt und muss erst wieder langsam aufgebaut werden. Vor allem beim ersten Mal sollte man sich von erfahrenen Fastern oder durch qualifizierte und fastenerfahrene Ernährungsberater beraten lassen.
Ein richtiger Kostaufbau ist vor allem wichtig, um den Organismus nicht zu überfordern und ihm die Chance zu geben, eine sorgfältig geplante Umstellung von Essgewohnheiten wie eine Neugeburt zu erleben.
Eine Gewichtszunahme von 2 bis 3 Kg in den ersten Tagen nach dem Fasten ist normal. Genau so, wie sich zu Beginn des Fastens durch die Leerung des Darmes das Gewicht in grossen Sprüngen reduziert, steigt es mit zunehmendem Darminhalt wieder. Durch das Zuführen von Kochsalz speichert der Körper zudem wieder vermehrt Wasser, was wir unter anderem auch auf der Waage sehen können.
Ziele und Versprechungen
Inwieweit man den teilweise blumigen Versprechen, die im Zusammenhang mit dem Fasten gemacht werden, Glaube schenken kann, muss jeder für sich entscheiden. Fasten ist auf jeden Fall keine Einzel- und Kurzzeit-Therapie, mit der alle erdenklichen Leiden geheilt werden können. Eine Heilung besteht immer aus vielen kleinen Schritten, einer oder mehrere davon können eine Fastenerfahrung sein.
Ein bekannter Dr. med. und Fastkursleiter schreibt in einem seiner vielen Bücher, was wir durch Fasten gewinnen können: (Die in hellblau gehaltenen Kommentare stammen von einem lebens- und fastenerfahrenen Nicht-Akademiker.)
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Fasten als schnellste, angenehmste und ungefährliche Methode überflüssige Pfunde loszuwerden. Diese Aussage ist gefährlich: Sie verleitet Übergewichtige zum Fasten und frustriert sie durch den Misserfolg, wenn die Ernährung nach dem Fasten nicht umgestellt wird. Das Gewicht wird dann schnell wieder steigen und oft sogar das Anfangsgewicht übertreffen: der gefürchtete Jojo-Effekt tritt ein. |
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Durch Fasten aus dem Zuviel unserer konsumbetonten Zeit herauszufinden, massvoll essen und sinnvoll geniessen lernen |
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Fasten als Hilfe zur Lösung aus Abhängigkeit von Medikamenten und Genussmitteln. |
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Entstautes, entspeichertes und entschlacktes Gewebe wird gleichzeitig schmerzfrei und fühlt sich wohlig an. «Entschlacken» ist in diesem Zusammenhang ein Reizwort. Es sollte immer erklärend benutzt werden: Im menschlichen Körper fallen keine Schlacken wie im Eisenwerk an. 'Schlacken' ist ein laienhafter Begriff für Stoffe, die am Schluss des Stoffwechselprozesses nicht ausgeschieden werden, sondern im Gewebe zurückbleiben und zu Beschwerden führen können. |
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Fasten führt zu schöner Haut und zur Straffung aller Bindegewebe. Um diesen Zustand auch nach dem Fasten beibehalten zu können, bedarf es aber einer konsequenten Pflege, einer achtsamen Lebensführung und gegebenenfalls auch einer Umstellung der Ernährung.) |
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Fasten ist eines der wenigen und erfolgreichen biologischen Entgiftungsmittel in einer schadstoffbelasteten Umwelt. |
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Fasten zur Erhaltung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, vor allem für die Wechseljahre der Frau und den Leistungsknick des Mannes um das vierzigste Lebensjahr. |
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Fasten im Hinblick auf das Altern - es kann das biologische Altern nicht verhindern, vermag aber vorzeitige Alterungsvorgänge aufzuhalten. Das will mir eine gewagte Aussage scheinen. Wir täten besser daran, das alt und weise werden zu akzeptieren und nicht einem präsenilen Jugendlichkeitswahn zu verfallen... |
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Fasten als Frühheilverfahren gewinnt zusehends an Bedeutung in einer Zeit, in der es möglich wurde, Risikofaktoren für ernste Krankheiten labortechnisch rechtzeitig zu erkennen. |
Fasten - wann hilft es?
Folgende Krankheitsbilder können durch das Fasten möglicherweise positiv beeinflusst werden. Es ist sehr wichtig, dass beim Fasten das Umfeld stimmt und kompetente Unterstützung zur Seite steht. Kranken Personen, die ihr Leiden mit Fasten behandeln möchten, wird dringend geraten, zuvor ärztlich abklären zu lassen, ob die Methode geeignet ist.
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funktionelle Störungen der Verdauungsorgane: Chronische Darmverstopfung, Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Fettleber, Gallenblasenleiden |
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Blutgefässveränderungen: Arteriosklerose, Venenleiden, Herzkranzgefässerkrankung, Bluthochdruck |
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Augeninnendruckerhöhung |
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Sehr geeignet zur Abklärung einer Nahrungsmittelallergie |
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Wiederholte Infektionen bei Abwehrschwäche |
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Diabetes mellitus Typ II (Alters-Diabetes) |
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Rheuma-Erkrankungen, Harnsäureerhöhung, Gicht, Neurodermitis, Hauterkrankungen, Schuppenflechte |
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Unterstützung einer Entwöhnungsbehandlung |
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chronische Kopfschmerzen und Migräne |
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leichtgradige Depressionen |
Wer darf nicht fasten?
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Kinder vor Abschluss der Wachstumsreife |
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Frauen während Schwangerschaft und Stillperiode |
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Bei Bettlägerigkeit, Pflegebedürftigkeit, körperlicher oder geistiger Immobilität |
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Auszehrende Erkrankungen (z.B. Krebs, Tuberkulose) |
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Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre |
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Leberzirrhose |
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Magersucht, Bulimie |
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Seelische Labilität |
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Schwere Depressionen, Psychosen |
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Rasch fortschreitende Herzkranzgefässerkrankungen mit instabiler Angina Pectoris auch unter stabilisierenden Medikamenten |
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Kortisontherapie ab einer bestimmten Dosis (fragen Sie Ihren Arzt) |
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Diabetes mellitus Typ I (juveniler Diabetes) |
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Niereninsuffizienz / Dialysepatienten |
Praxis und Erfahrungen
Meine bisherigen Erfahrungen
Hier - ganz kurz zusammengefasst - meine eigenen Erfahrungen, die Sven-David Müllers Ausführungen strafen:
Ich selbst habe während 15 Jahren jährlich 1mal gefastet, davon 6mal während 4 Wochen und 5mal während 3 Wochen, die restlichen Male meistens um die 2 Wochen.
Dabei waren es 7mal drei oder mehr Wochen ausschliesslich mit Kräutertee und salzloser Gemüse- und Getreidebrühe sowie ab dem 3. Tag täglich einem knappen Teelöffel Honig. Zur Zeit der besonders intensiven Erfahrungen hatte ich das 40ste Altersjahr überschritten und brachte bei einer Körpergrösse von 182cm über 90kg auf die Waage.
Nach 2 aufeinanderfolgenden 4wöchigen Fasten-Erfahrungen mit unliebsamen Begleiterscheinungen (Elektrisieren während der Reinigung meiner damals sehr schlechten Zähne, wahrscheinlich infolge Mineralstoffmangels) habe ich begonnen, nur noch die ersten 2 bis 3 Tage bei Tee und Brühe zu fasten und danach für eine ausgewogene Fastenernährung zu sorgen.
Meine heutige Fastenpraxis
Heute faste ich jährlich einmal während maximal 14 Tagen, ohne dabei irgendwelche Probleme zu haben. Obwohl ich für den Beginn der Fastenperiode meistens Urlaub nehme, traue ich mir ohne weiteres zu, auch in meinem Erwerbsleben während des Fastens einen ganz normalen Tagesablauf einzuhalten. Wenn man in der Sache über genügend Erfahrung und (Selbst-) Sicherheit verfügt und der Arbeitsplatz es erlaubt, ist Erwerbsarbeit im normalen, gewohnten Umfeld absolut möglich. Ich bin während dieser Zeiten vital und leistungsfähig und somit auch noch die beste 'Werbung' für diese Methode.
Inwiefern man Arbeitskollegen darüber informieren soll, muss jeder für sich entscheiden. In den meisten Fällen habe ich damit nicht so gute Erfahrungen gemacht. Man ist schnell ein extremer Sonderling. Die meisten Leute können sich schlicht nicht vorstellen, warum man sich so etwas 'antun' muss.
Im Gegensatz zu meinen ersten Fastenzeiten, die extrem und sicher auch nicht sehr gesund waren, achte ich heute auf eine angemessene Fastenernährung sowie genügend Bewegung an der frischen Luft. Daneben ist es wichtig, täglich mindestens 3 Liter zu trinken und regelmässig (zu Beginn jeden Tag, bei mehrwöchigem Fasten alle 2 bis 3 Tage) eine gute Darmreinigung durchzuführen. Es sollte auch genügend Zeit für eine erweiterte Körperpflege - Bewegung, Leberwickel, Ruhephasen und so weiter - eingeplant werden. Zeit wird man dafür genügend haben, denn ohne Einkaufen, Kochen und Abwaschen ist der Tag viel länger.
Bezüglich Anstrengung brauche ich mir keine grossen Sorgen zu machen. Wenn ich "von Null auf 100" ein bisschen mehr als 10 Sekunden brauche, so ist dies noch lange keine Einschränkung. Aber es ist eine Tatsache - persönlich erfahren und durch kein Geschwätz eines Theoretikers wegzublasen - dass ich mich sowohl körperlich wie geistig nie so leistungsfähig und wohl fühle wie während des Fastens.
Darmreinigung
Weil bezüglich der Darmreinigung besonders häufig Fragen auftauchen, möchte ich über diese wichtige Sache noch ein paar Worte verlieren:
Im Normalfall 'reinigt' sich unser Darm von selbst. Was oben reinkommt, schiebt sich bis unten durch, den Rest übernehmen die Darmbakterien. Wenn aber oben nichts mehr reinkommt, bleibt der Inhalt mehr oder weniger im Darm. Kommen auch keine Nährstoffe mehr, wird der Darminhalt 'ausgesogen' und das kann den Körper dann mit eigentlichen Abfallprodukten belasten.
Eine regelmässige (!) Darmreinigung ist während des Fastens absolut notwendig! Die erste Darmreinigung in einer Fastenperiode muss ausführlich erfolgen; sie nimmt jedes Hungergefühl und gibt dem Körper das unmissverständliche Signal: jetzt ist fertig Futter!
Dazu gibt es verschiedene Methoden:
| Der Reise-Irrigator
zusammengefaltet... |
Die sanfteste und gleichzeitig beste ist zweifelsfrei der rektale Einlauf mit einem Irrigator. Dabei werden ca. 1.5 Liter körperwarmes Wasser drucklos hinten reingelassen (ja, ins Arschloch, wenn man so sagen will...). Das erfordert ein bisschen Geduld und Übung und behagt nicht jedem, ist aber sehr effektiv. Statt Wasser kann man auch den Absud von Käslikraut, einer Schleimstoff-Droge, verwenden. Die Flüssigkeit lässt man möglichst lange (10 oder mehr Minuten) drinn und ganz gut ist es, wenn man sich dabei bewegen kann. Liegen und seitwärts rollen zum Beispiel, oder die Kerze machen und dabei den Bauch massieren. Dabei kann es zu oft leichten, manchmal aber auch heftigen Krämpfen kommen, die sich aber nach kurzer Zeit wieder lösen. Um zu verhindern, dass während dieser Übungen ein paar Tropfen der Flüssigkeit austreten, dichtet man den After mit mehrfach gefaltetem WC-Papier etwas ab, so bleibt sicher alles trocken. Wie wirkungsvoll diese Methode ist, zeigt sich daran, dass sich selbst am 14. Tag einer Fastenperiode noch fingerkuppendicke, festgehockte Stuhlteile lösen können, das schafft sonst keine Methode. |
und im Einsatz. |
Ebenfalls sehr sanft ist Sauerkrautsaft. Man bekommt ihn im Reformhaus oder im Bioladen. 3 bis 5 dl am Morgen (ich verdünne ihn immer, denn direkt aus der Flasche ist er im Geschmack viel zu intensiv) hat eine gute Wirkung. Aber auch tagsüber ist er sehr beliebt, weil aromatisch und ganz leicht salzig (ca. 1/4 gr. pro dl; das liegt auch beim extremsten Fasten drinn).
Ziemlich radikal, aber nur im Dickdarm wirkend sind die salinischen Abführmittel Glaubersalz (Natriumsulfat) oder Bittersalz (Magnesiumsulfat). Davon verrührt man 30 gr. in 5 dl lauwarmem Wasser und trinkt das ganze Volumen innerhalb kürzester Zeit. Man glaubt fast nicht, wie ekelhaft bitter so ein kristallklares Wässerchen sein kann! Einige Tropfen frisch gepresster Zitronen- oder Orangensaft lindert das Empfinden ein wenig. Am besten hält man ein halbes Glas feinen Fruchtsaft bereit, den man dann nach erstandener Pein so quasi als Belohnung und Beruhigung der Geschmacksnerven trinken darf.
Als bekömmlichere Alternative bietet sich das «F. X. Passage SL Pulver» an. Die wirksame Substanz ist ebenfalls Bittersalz, das aber nur etwa 10% des Pulvers ausmacht, deshalb ist es wesentlich angenehmer einzunehmen. Es erinnert ein bisschen an eine Vitamin-Brausetablette. Das Produkt wird von der Firma Wörwag Pharma hergestellt und ist ebenfalls in Apotheken erhältlich. 2 bis 4 gehäufte Teelöffel F. X. Passage SL werden wegen der starken Schaumbildung zuerst in wenig Wasser angerührt und danach mit 250 ml Wasser aufgefüllt.
Alle diese Salze oder Pulver beginnen nach ca. 30 bis 90 Minuten zu wirken. Danach muss man während 6 bis 8 Stunden mit Dünnpfiff rechnen.
Ein gut verträgliches und auch recht angenehm
einzunehmendes Abführmittel ist Rizinusöl. Man muss es nur gut
zubereiten, denn direkt aus der Flasche kann man es nicht einnehmen; es ist zähflüssig und erzeugt
Brechreiz.
Die beste Methode ist die Schüttel-Emulsion: In einem Schüttelbecher wird 1 El
Ahornsirup mit 3 El Rizinusöl gut verrührt, dann gibt man 5 bis 10 El warmes Wasser hinzu, schraubt
den Deckel auf und verschüttelt den Inhalt während 3 Minuten intensiv. Es ist wichtig, dass man
diese Sauce danach sofort (!) trinkt, denn die Emulsion ist sehr unstabil und das Öl wird sich in
kürzester Zeit wieder absetzen. Es ergibt aber eine wohlschmeckende sämig-süsse Flüssigkeit
mit einem nussigen Gout, der leicht an Banane erinnert.
Statt Ahornsirup kann man auch
Agaven- oder Birnendicksaft oder flüssigen Honig verwenden. Benutzen Sie einen guten,
naturbelassenen Honig, den Sie nötigenfalls im maximal 40°C warmen Wasserbad flüssig werden
lassen. Industrieller Flüssighonig ist kein Naturprodukt mehr und nach Möglichkeit zu meiden.
Rizinusöl ist ein Dünndarmlaxans und darum den salinischen Abführmitteln (siehe oben), die erst im Dickdarm wirken, vorzuziehen. Die normale Dosierung ist 20 bis 40 ml (2 bis 4 Esslöffel), es wirkt nach 2 bis 4 Stunden.
Rizinusöl selbst wirkt nicht abführend. Es wird erst im Dünndarm durch körpereigene Stoffe aus der Bauchspeicheldrüse und der Leber in seine Bestandteile zerlegt. Die dabei entstehende Ricinolsäure ist die eigentlich wirksame Substanz. Sie entzieht der Darmwand Wasser, das den Darm-Inhalt voluminös und weich werden lässt und damit die abführende Wirkung verursacht. Zudem stimuliert sie körpereigene Botenstoffe (Histamine), die wiederum die Darmbewegung fördern.
Beim Fasten ist zu berücksichtigen, dass die Verdauungsvorgänge sehr reduziert sind und das Rizinusöl unter Umständen nicht aufgespaltet werden kann. In diesem Fall wird es keine Wirkung zeigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Rizinusöl zu Beginn der Fastenperiode, wenn die Verdauungsfunktion noch weitgehend intakt ist, hervorragend wirkt. Nimmt man es aber nach einer längeren Fastenzeit (ich hab es 3 mal ab dem 5. Tag probiert), wenn die Fettverdauung praktisch stillgelegt ist, wirkt es nicht mehr optimal. Das heisst, es können 6 und mehr Stunden vergehen, bis sich eine Darmentleerung einstellt, wenn überhaupt.
Dann gibt es noch weitere Abführmittel, mit denen ich aber keine persönliche Erfahrung habe. Dazu gehört die Sennespflanze oder auch die Buttermilch.
Ernährung während des Fastens
Ernährung? Während des Fastens? Was ist jetzt los, fastet man nun oder ernährt man sich? könnte man sich da fragen. Nun, Fasten ist nicht gleich Fasten. Die absolute 'Nulldiät' die ich in früheren Jahren praktiziert habe, ist nicht so sinnvoll, wie es mir damals schien. Heute achte ich auf eine angemessene Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und vor allem mit Eiweiss.
Meine Überzeugung hält mich allerdings davon ab, irgendwelche (meistens sündhaft teure und oft eh bloss theoretisch wirksame) Nahrungsergänzungs- Fertigprodukte zu verwenden. Stattdessen verwende ich natürliche Getränke in bester Bio-Qualität.
Säuren - Basen
Fastengetränke sollen basisch reagieren, Vitamine und Mineralien liefern. Um den beim Fasten immer sauren Körper nicht noch saurer zu machen, trinke ich mit Ausnahme von Apfelschalen-Tee praktisch keinen Früchte-Tee.
Als basische Getränke eignen sich neben Kräutertee vor allem Fruchtsäfte aus Äpfeln, Birnen, Aprikosen, Ananas, aber auch Orangen- oder Zitronensaft (tatsächlich, die saure Zitrone wirkt im Körper basisch!) und Gemüsesäfte aus Sellerie, Karotten, Rüebli (Karotten), Kohlrabi, Kürbis und Randen (rote Beete).
Die Säfte kann man sich mit einem Entsafter selbst herstellen oder im Naturkosthandel fertig kaufen. Ein Deziliter kostet weniger als einen Franken. Achten Sie darauf, dass Sie 100% Direktsaft oder hochwertigen Konzentratsaft aus biologischer Produktion kaufen, keinen rückverdünnten Grossverteilersaft im Mega-Angebot zum Schnäppchenpreis.


Wer über längere Zeit, in der Abgeschiedenheit oder beim Wandern fastet und keine oder wenig wirklich gesunde Säfte zu sich nehmen kann, kann sich ein Basenpulver kaufen. Es gibt gute Präparate mit einem hohen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen, die allerdings nicht gerade billig sind. Wenn man aber aufrechnet, wieviel Geld durch das Weglassen der normalen Nahrung eingespart wird, ist dieser Aufwand gerechtfertigt. Schliesslich geht es ja auch um eine Art Gesundheitsvorsorge, und die kann man nicht delegieren, weder an die Ärzte noch an die kranken Kassen.
Mineralstoffe und Vitamine
Bei der Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen kann man sich an die normale gesunde Alltags-Ernährung halten. Die benötigten Elemente sind in frischem, biologisch erzeugten Obst und Gemüse reichlich vorhanden. Wenn man sich an die Informationen aus dem Abschnitt 'Säuren - Basen' hält, ist man damit auch in Fastenzeiten bestens versorgt. Was im Alltag der Pausenapfel ist, ist jetzt halt einfach der entsprechende Fruchtsaft.
Eiweiss
Der Eiweissbedarf lässt sich am besten mit Molke-Getränken decken. Frische Trinkmolke hat allerdings einen gravierenden Nachteil: Sie ist nur in den ersten paar Stunden basisch; danach sinkt der pH-Wert bis 4.5, und sauer reagierende Getränke sind beim Fasten eben nicht erwünscht. Dem kann man durch Molkenpulver abhelfen. Ich verwende ein Naturmolkenpulver, das basenüberschüssig ist und pro 100 gr., was angerührt einem Liter fertigen Getränks entspricht, 12 gr. Eiweiss enthält.
Fastensuppe
Beim Fasten über längere Zeit (10 und mehr Tage) koche ich mir jeweils eine 'Fastensuppe'. Diese willkommene Abwechslung stellt aber das Maximum dessen dar, was man sich meiner Meinung nach beim 'vollen' Fasten an Ernährung erlauben darf.
Rezept für die Haferschleim-Fastensuppe
In einer kleinen Pfanne werden 100gr. Haferflocken leicht angeröstet, ohne dass sie dabei braun werden. Nach dem Abkühlen gibt man ein paar Deziliter Wasser hinzu. Man kann dafür auch salz- und fettlose Gemüsebrühe, z.B. das Kochwasser von Saisongemüse verwenden. Das Gemüse selbst muss während der Fatsenperiode leider auf dem Kompost enden. Das Flockenwasser lässt man zum Siedepunkt kommen, danach lässt man es während einer Viertelstunde quellen, bis sich ein schleimiger Brei gebildet hat.
Der Brei wird durch ein grosses Sieb abgelassen. Dabei ist es am besten, wenn die Masse nur leicht umgeschichtet, aber nicht ausgepresst wird, sonst wird der Faseranteil in der Suppe zu hoch. Ich verwende dafür ein Metallsieb mit 13cm Durchmesser und einer Maschenweite von 1,5mm. Der «Teig» kommt wieder zurück in die Pfanne, wo er nochmals mit etwas Wasser aufgekocht und gleichermassen abgesiebt wird. Danach kommt der Haferteig auch auf den Kompost.
Am Schluss wird man etwa 1,5 Liter Haferschleimsuppe haben. Weil die aber bezüglich Geschmack und Konsistenz niemanden aus den Socken haut, modifiziere ich sie folgendermassan: In der Suppenschale - meine fasst 7 dl - verrühre ich einen gehäuften Esslöffel Magerquark (etwa 30gr.), und etwa einen Teelöffel feinen Senf mit wenig Wasser zu einer Sauce, gebe 3 bis 4 dl der Haferschleimsuppe hinzu und fülle mit Sauerkrautsaft aus dem Reformhaus auf.
Das ergibt eine schmackhafte Suppe mit Nebennutzen: Mit 30gr. Magerquark hat man etwa 5gr. Eiweiss mit dabei (eine genügende Eiweisszufuhr ist bei längerem Fasten sehr wichtig) und der Sauerkrautsaft wirkt im Darm reinigend. Die paar Gramm Kohlenhydrate und das Salz des Sauerkrautsafts (ca. 1/4 gr. pro dl) nehme ich in Kauf - wie gesagt, diese Suppe ist erst in der zweiten Fastenwoche angesagt.
Für Statistiker: Ein paar Zahlen
Obwohl das Fasten definitiv nicht zum Abspecken taugt, wenn man danach normal weiter isst, ist die Frage nach einer Gewichtsreduktion oft das Zentrum des Interesses. Ich habe während zehn Jahren ausführliche Aufzeichnungen über den Gewichtsverlauf während meiner Fastenerfahrungen gemacht.
Zusammenfassend möchte ich hier ein paar wenige Kenndaten veröffentlichen: Die erfassten Fastenperioden erstreckten sich über 17 bis 29 Tage, die Gewichtsstatistik enthält Daten bis zum 50. Tag nach Fastenbeginn. Damit ist auch die Aufbauzeit berücksichtigt.
Während einer Fastenzeit von 20 bezw. 21 Tagen betrug die grösste Veränderung durchschnittlich 700gr, die kleinste 380gr. pro Tag. Nach insgesamt 50 Tagen - also inklusive Aufbautage mit mehr oder weniger normaler Ernährung - waren es noch durchschnittlich 235gr. bezw. 70gr. pro Tag.
Interessierten Personen gebe ich auf Anfrage die genauen Zahlen in Form von grafischen Aufzeichnungen bekannt. Weil dies sehr persönliche Daten sind, von denen ich nicht möchte, dass sie unkontrolliert in den Weiten des Webs verschwinden, stelle ich sie nur handverlesenen Personen, die ein echtes Interesse daran zeigen, zur Verfügung.
Die Warnung vor dem Fasten
Hier lauert die tödliche Gefahr...
...meint jedenfalls Sven-David Müller vom
Deutschen
Institut für Ernährungsmedizin
Die Seite, die Sie jetzt gerade lesen, dürfte eigentlich gar nicht existieren. Nicht aus rechtlichen oder technischen Gründen, sondern schlicht und einfach darum, weil Tote unter anderem keine Internetseiten schreiben können. Als Wiederholungstäter in Sachen Fasten müsste ich - glaubt man den Ausführungen von Sven-David Müller, Diätassistent und Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin - schon mindestens 10mal infolge Herzmuskelatrophie gestorben sein.
Vor einigen Jahren erschien in einer grossen Schweizer Tageszeitung ein Interview mit Sven-David Müller, in dem der Autor zahlreicher Ernährungsratgeber erklärte, dass ein gänzlicher Nahrungsverzicht sehr gefährlich sein könne.
Müllers Ansichten aus diesem Interview werden seither in schöner Regelmässigkeit in verschiedenen Publikationen zelebriert. Darin betont er unter anderem, beim Abbau der Muskelmasse würde auch der Herzmuskel angegriffen und eröffnet mit dieser Formulierung ein Horrorszenario, das Fasten fast schon dem Selbstmord gleichsetzt. Wie relativ das zu verstehen ist, wird dann beim Weiterlesen des Original-Interviews deutlich. Im gleichen Artikel findet Müller nämlich, für junge, gesunde Menschen sei selbst der "Abbau des Herzmuskels" kein Problem. Na, ja...
Wenn eine Trend-Thema Zeitschrift solche Meinungen verbreitet, tut sie dies vor allem, um nicht angegriffen werden zu können, wenn im Artikel andere Punkte zu oberflächlich behandelt werden. Mit Zitaten von mehr oder weniger bekannten Leuten bringt man schnell einen Artikel fertig, ohne dass man dabei vom Thema selbst eine grosse Ahnung haben muss.
Im erwähnten Interview macht Müller weitere Angriffe auf das Fasten, die es wert sind, hinterfragt zu werden. "Für den Körper ist Fasten eine Stresssituation, die zu Nebenwirkungen führen kann." Dem Ernährungsspezialisten mag es nicht einleuchten, warum man den Körper in einen «Hungerstoffwechsel» versetzen soll, der für ihn existenzbedrohend sein soll.
Dabei ist schon richtig: Fasten zeitigt Wirkung. Man kann aber auch von Nebenwirkungen sprechen, wenn man der Sache einen möglichst negativen Touch verpassen will. Natürlich können diese und jene Gefahren lauern, man kann im Leben nichts voraussehen, auch beim Fasten nicht. Es gibt im Leben eines Menschen aber sicher wahrscheinlichere Vorkommnisse, als durch umsichtig vorbereitetes und sorgfältig durchgeführtes Fasten krank zu werden oder gar zu sterben.
Nicht jeder Stress per se ist schlecht, sonst dürften wir nämlich auch keine Orgasmen mehr haben. Wenn die Situation kontrolliert herbeigeführt wird, kann dieser "Stress" vom Körper sehr wohl als Impuls zur Umstellung verstanden werden. Eine gewisse Selbstverantwortung ist natürlich Voraussetzung für eine solch - zugegebenermassen - tiefgreifende Erfahrung.
Verantwortungsvolle Menschen können problemlos Fasten
Bei richtiger Vorbereitung und Durchführung ist Fasten
ungefährlicher,
als einen Fussgängerstreifen zu betreten.
Zum Glück gibt es mehr Leute, die schon eigene Fastenerfahrung haben als solche, die bloss davon schreiben, weil sie sich profilieren oder einer Zeitschrift einen süffigen Artikel verkaufen wollen. Wenn Fastenden Verantwortungslosigkeit unterstellt wird, müssten wir vielleicht einmal ganz generell über Ernährung, Medizin und Verantwortung reden...
Herr Müller mag in Sachen Ernährung viel wissen, was die praktische Erfahrung in erfahrungsheilkundlichen Belangen angeht, besteht aber offensichtlich ein gewisser Nachholbedarf. Warum wohl entstehen denn Krankheiten, wenn sich im Körper nichts ablagern soll? Längst nicht alle Krankheiten sind degenerativ.
Dass es keine medizinische Notwendigkeit für einen derartigen Nahrungsverzicht gibt, mag auf den ersten Blick schon richtig scheinen. Notwendig sind dann aber vielleicht später operative Eingriffe, die durchgeführt werden müssen, weil man sich nicht rechtzeitig gegen Zivilisationserscheinungen - ganz besonders im Verdauungstrakt - gewappnet hat.
Verantwortlich handelt, wer vorsieht und die richtigen
Massnahmen
zur richtigen Zeit ergreift.
Die Fastenzeiten sind effektiv Ferien für den Organismus
des gesunden
Menschen, daran vermag auch
Sven-David Müllers Geschwätz nichts zu ändern. Punkt.
