Die Helsana Zusatzversicherungen AG

Macht und Ohnmacht im Bereich der Massage-Therapie

 

Helsana ist eine der grössten Krankenkassen in der Schweiz. Die Helsana Zusatzversicherungen AG hat Ende November 2006 allen betroffenen Therapeuten mitgeteilt, dass sie ab Januar 2007 ihren Kunden nur noch Massagen, die von SRK-zertifizierten medizinischen Masseuren durchgeführt werden, vergüten werde.

Die Versicherung definiert Behandlungsqualität über eine absolvierte Ausbildung nach den Richtlinien einer bestimmten Organisation. Klienten von Leistungserbringern, die ihre Qualifikationen auf eine andere Weise erarbeitet haben, werden von der Kostenbeteiligung durch diese Versicherung ausgeschlossen.

Keine Kasse kann sich erlauben, eine dermassen populäre Leistung wie die Massagetherapie aus dem Leistungskatalog zu streichen. Man kann die Leistung aber so einschränken, dass es der blöde Kunde erst merkt, wenn es zu spät ist. Dann nämlich, wenn er sich behandeln lassen möchte und feststellen muss, dass die Kasse die Mehrzahl der Leistungserbringer von einer Kostenbeteiligung ausgeschlossen hat.

Vielleicht erinnert er sich dann auch an die entsprechende Mitteilung der Kasse, in der dieser Schritt begründet wurde. Was darin als qualitative Verbesserung des Angebots angepriesen wurde, ist in Tat und Wahrheit das pure Gegenteil davon, nämlich eine gravierende Einschränkung quantitativer und leider vor allem auch qualitativer Art. Profitieren kann dabei nur die Versicherung, die bei vorerst gleichbleibender Anzahl Kunden sehr viel weniger Leistungen vergüten muss.

 

Der Helsana kann es nie und nimmer um Qualität gehen. Das Argument 'Qualität' ist eine faustdicke Managerlüge. Die von der Helsana akzeptierten Ausbildungen sind im Bezug auf die Fussreflexzonenmassage qualitativ eindeutig minderwertig, weil dieses Spezialgebiet dort nur halbherzig und ganz am Rande des Ausbildungsangebotes vermittelt wird.
Eine der akzeptierten Ausbildungen ist die zum Physiotherapeuten. Im Fächerkatalog dieser Ausbildung ist die Fussreflexzonenmassage nicht einmal aufgeführt. Nicht spezifisch ausgebildete Physiotherapeuten können Fussreflexzonenmassage aber über die Zusatzversicherung der Helsana abrechnen.
Die Helsana informiert ihre Kunden aus purer Gewinnsucht bösartig falsch und verkauft sie für dumm. Es ist wirklich kaum zu glauben: Nicht spezifisch ausgebildete «Allrounder» bieten nach Meinung der Versicherung eine bessere Behandlungsqualität als erfahrene Fachleute.
Physiotherapeuten, die die Methode an einem Wochenendkurs schnell reingezogen haben, werden bezüglich der Fussreflexzonenmassage zu Fachleuten erhoben, während wirklich qualifizierte Therapeuten mit jahrzehntelanger Erfahrung für unfähig erklärt werden, eine effiziente und kostengünstige Behandlung durchzuführen.

 

Höllsana disqualifiziert sich mit diesem Vorgehen selbst. Die Firma leitet aus dem Wissen, wie man Geld generiert, auch die Kompetenz ab, zu wissen, was Heilen ist und was nicht. Heilen kann ausschliesslich, wer die - nach Meinung einer kranken Kasse - 'richtige' Ausbildung absolviert hat und das entsprechende Papier vorweisen kann.

 

 

Eine manuell-energetische Behandlung wie zum Beispiel die Fussreflexzonenmassage besteht aus mehr als einigen vorgegebenen Massagegriffen, welche tatsächlich relativ schnell zu erlernen sind. Die grosse Erfahrung, die die verantwortungsvolle Arbeit am Menschen erst ermöglicht, wächst über Jahre und kann nicht in einer simplen Ausbildung - egal wie «zertifiziert» diese ist - erlernt werden.

Auch die beste Ausbildung ist kein Garant für therapeutische Kompetenz. Wer schon mehrmals z.B. eine Fussreflexzonenbehandlung erlebt hat, weiss um die manchmal gar nicht so feinen Unterschiede. Wenn z.B. ein staatlich geprüfter Physiotherapeut, der mit Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers bestens vertraut ist, einem Patienten während einer Fussreflexzonenbehandlung die grosse Zehe bricht (sic!), sollte er die Finger davon lassen, egal, wie gut er ausgebildet ist.

 

 

Stellen Sie sich vor, Sie haben vor über 15 Jahren eine solide Grundausbildung gemacht, sich nachher spezialisiert und sich regelmässig weitergebildet. Sie haben beim landesweit grössten Berufsverband für natürliche Heilmethoden die umfassendste Prüfung Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Fachkompetenz und Ihrer Erfahrung mit Erfolg abgelegt. Sie haben künftige Therapeuten während ihrer Ausbildung begleitet und unterrichtet und können auf hunderte erfolgreich abgeschlossener Klientenbeziehungen in Ihrer eigenen Praxis zurückblicken. Plötzlich beschliesst einer der grössten Versicherer, Ihre Fachkompetenz für nichtig zu erklären und verlangt von Ihnen, dass Sie nochmals eine Grundausbildung absolvieren, die Sie berechtigen würde, das, was Sie schon während Ihres halben Lebens mit grossem Erfolg praktiziert haben, weiterhin auszuführen. Die Helsana Zusatzversicherungen AG will den Opa nochmals in den Kindergarten schicken? Wer von uns tickt da nicht richtig?

Oder stellen Sie sich einmal folgendes vor: Sie haben vor 20 Jahren in einem VW die Führerprüfung abgelegt und sind einige hunderttausend Kilometer unfall- und verzeigungsfrei gefahren. Sie haben sich regelmässig weitergebildet und in vielen Fahrzeugen und Geländen Erfahrung gesammelt. Kurz: Sie sind ein routinierter Chauffeur, der sein Metier beherrscht. Plötzlich teilt Ihnen das Strassenverkehrsamt mit, dass innert Monatsfrist nur noch Verkehrsteilnehmer im Strassenverkehr zugelassen würden, die die Führerprüfung auf einem Smart absolviert haben und die zudem auch noch Bagger, Sattelschlepper, Linienbus, Panzer und Dampfschiff fahren können.

 

 

Man kann sich fragen, ob sich der Aufwand lohnt, sich als Therapeut mit Managern über das Heilen zu unterhalten. Besonders dann, wenn der Aggressor über alles Recht, alles Geld und alle Macht verfügt, einen im Vorübergehen so per Äxgüsi zu verschlirpen, wie ich es vielleicht mit einer Nacktschnecke tue, die mir hinter den Salat will.

Doch, doch, lieber Michael, und alle anderen guten Seelen, die mir von dieser Energieverschwendung abgeraten haben. Es lohnt sich. Aktive Psychohygiene nennt sich der Vorgang. Sie macht glücklich, potent und hält das Blut auf Betriebstemperatur. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Lachen und weinen liegen bekanntlich sehr nahe beieinander. Nicht viel weiter entfernt sind einander das Aufpumpen durch ein Ärgernis und das Ablassen des reinigenden Dampfes.

Wie das in diesem Fall ausgesehen hat, möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Das Schlussbouquet des Briefwechsels mit der «Aktiengesellschaft für Heilkompetenz, Abteilung Qualitätsbeurteilung» ist - so denke ich - zumindest amüsant. Viel Vergnügen...

 

 

 

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